Die herbe Enttäuschung für Deutschlands Hoffnungsträgerin Eva Lys bei den Australian Open geht auch an Tennis-Ikone Boris Becker nicht spurlos vorbei.
"Das tut heute weh. Vor einem Jahr stand Lys in der vierten Runde. Sie wird viele Punkte verlieren. Damit rutscht sie in der Weltrangliste in den Bereich von Platz 60 und es stellt sich die Frage, ob sie bei den großen Turnieren noch im Hauptfeld ist oder Quali spielen muss", sagte Becker bei "Eurosport" nach dem 6:3, 4:6, 3:6 der deutschen Nummer eins gegen die Rumänin Sorana Cirstea.
Nach einer unkonzentrierten und fehlerhaften Leistung war das Aus von Lys nach 2:10 Stunden besiegelt. "Ich bin leider nicht mit 100 Prozent in dieses Match gegangen. Je länger es gedauert hat, desto schwerer war es mit dem Bewegen und guter Beinarbeit. Sie hat mich echt laufen lassen. Das hätte ich an ihrer Stelle auch so gemacht. Ich hatte meine Chancen, habe sie aber leider nicht genutzt", sagte die 24-Jährige.
Lys hatte im vergangenen Jahr bei den Australian Open als Lucky Loserin für Furore gesorgt und ihr bislang bestes Grand-Slam-Ergebnis erreicht.
Gegen Cirstea wirkte die Norddeutsche aber von Beginn an nervös und angespannt. Im zweiten Satz verlor sie völlig den Faden. Die Niederlage nahm ihren Lauf. 50 vermeidbare Fehler waren am Ende einfach zu viel.
Tennis: Nur Siegemund hält die deutsche Australian-Open-Fahne hoch
Besser als Lys macht es Laura Siegemund, die als einzige deutsche Spielerin den Sprung in die zweite Runde schaffte.
Die Schwäbin lag gegen die Russin Liudmila Samsonova bereits 0:6, 2:5 und 15:30 zurück - kam aber nach zwei abgewehrten Matchbällen zurück und gewann 0:6, 7:5, 6:4.
"Laura ist wirklich eine Löwin, eine Kämpfernatur sondergleichen - und vielleicht auch ein Beispiel für die jungen deutschen Tennis-Damen", schwärmte Becker. "Sie hat gezeigt, was man mit der richtigen Einstellung, dem Herz am richtigen Fleck und körperlicher Fitness erreichen kann, auch wenn sie heute etwas angeschlagen war."





