Bei der Handball-EM musste Bundestrainer Alfred Gislason bereits viel Kritik einstecken. Gegen den ehemaligen DHB-Vizepräsidenten Bob Hanning setzte sich der Isländer nun zur Wehr.
Mit einem überzeugenden 34:32-Sieg gegen Spanien zog die deutsche Handball-Nationalmannschaft als Gruppensieger in die Hauptrunde ein.
Nach dem Spiel reagierte Bundestrainer Gislason mit einem Seitenhieb gegen Italiens Trainer Bob Hanning, der das DHB-Team zuvor stark kritisiert hatte.
"Vielleicht hätte er sich lieber ein bisschen mehr auf die Italiener konzentrieren sollen", stichelte Gislason.
Während sich Deutschland in die Hauptrunde zitterte, müssen Hanning und Italien bereits nach der Vorrunde die Heimreise antreten. Nach Niederlagen gegen Island und Ungarn haben die Azzurri bei ihrer ersten EM-Teilnahme seit 1998 keine Chance mehr auf die zweite Turnierphase.
Nach der überraschenden deutschen Niederlage gegen Serbien (27:30) hatte Hanning in einer "Bild"-Kolumne geschrieben: "Es geht um die Zukunft dieser Mannschaft, es geht um die Zukunft des Bundestrainers und es geht um nicht weniger als die Zukunft unserer Sportart."
Die von allen Seiten hochgelobte Kaderbreite sei nichts wert, wenn man sie nicht sinnvoll nutzte. "Selbst unserer so hochgelobten Defensive fehlte am Ende der Überblick", merkte Hanning weiter an.
Hanning unzufrieden mit Gislasons EM-Nominierung
Schon vor dem Turnier hatte Hanning kritische Worte geäußert. Hintergrund war die Nicht-Nominierung von Tim Freihöfer von den Füchsen Berlin, bei denen Hanning als Geschäftsführer fungiert.
"Hier ist alles außer Kraft gesetzt worden, was Fairness und Inhalt angeht", urteilte der 57-Jährige.
Mehr dazu:
Gislason hatte seine Entscheidung gegen Freihöfer verteidigt und verwundert auf Hannings Aussagen reagiert. "Jeder sieht seinen Verein aus eigener Perspektive. Es ist aber schon ungewöhnlich, dass ein anderer Nationaltrainer unsere Entscheidungen öffentlich kritisiert", hatte der 66-Jährige geantwortet.





