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"Tut weh"

Geiger verpasst letzte Olympia-Chance

Aufsteigende Form: Karl Geiger
Aufsteigende Form: Karl Geiger
Foto: © AFP/AFP/KERSTIN JOENSSON
18. Januar 2026, 07:12

Für Karl Geiger kommt der gute Auftritt in Sapporo zu spät. Domen Prevc siegt weiter, Stefan Kraft wird disqualifiziert.

Karl Geiger jubelte kurz, dann winkte er in die Kamera und strahlte: Trotz der wohl endgültig verpassten Olympia-Teilnahme hatte das Sorgenkind des deutschen Skispringens im Land des Lächelns endlich wieder gute Laune. Das einzige Problem: Platz 14 im japanischen Sapporo beim erneuten Sieg des Dominators Domen Prevc kam für den Oberstdorfer zu spät.

"Auch wenn die Olympianorm am Ende knapp verpasst wurde, fühlt sich dieses Resultat wichtig an. Es zeigt mir, dass die Arbeit der letzten Wochen nicht umsonst war und dass ich auf dem richtigen Weg bin", schrieb Geiger bei Instagram nach seinem besten Ergebnis der Saison. Dem 32-Jährigen bleibt für die Winterspiele dennoch maximal die Rolle als Ersatzmann, die aber bislang nicht vorgesehen ist.

Geiger flog am Sonntag auf der Olympiaschanze von 1972 zweimal auf 128,0 m und hielt dem Druck stand - anders als tags zuvor, als er im zweiten Durchgang vom zwölften auf den 27. Platz abgestürzt war. Mit diesem Patzer habe er sich "selbst eine Chance genommen. Das tut weh, gerade in einer Phase, in der es um so viel geht", so Geiger.

Bester Deutscher war an beiden Tagen der zuletzt erkrankte Philipp Raimund mit den Rängen 15 und neun. "Ich habe mich noch ein bisschen schlapp gefühlt, aber es wird immer besser", meinte der Oberstdorfer. Luca Roth (31./46.) und Ben Bayer (52./47.) blieben ohne Punkte.

Der Tournee-Sechste Felix Hoffmann hatte ebenso wie Andreas Wellinger und Pius Paschke auf die Reise nach Japan verzichtet. Alle drei haben wie Raimund die Olympia-Norm (einmal Top acht oder zweimal Top 15) erfüllt, der Qualifikationszeitraum endete am Sonntagabend. Bundestrainer Stefan Horngacher wird aller Voraussicht nach nur vier Springer mit zu den Spielen nehmen.

Erneut nicht zu stoppen war Vierschanzentournee-Gewinner Prevc. Der Slowene holte trotz einer gebrochenen Schnalle am Schuh (Samstag) und eines Wacklers in der Luft (Sonntag) seine Saisonsiege Nummer acht und neun. Im Gesamtweltcup liegt der Gewinner der Vierschanzentournee mit 1414 Punkten vor Ryoyu Kobayashi (947), Raimund (670) ist nur noch Siebter.

Erneut kam es zur Disqualifikation eines prominenten Springers: Der Österreicher Stefan Kraft wurde am Sonntag wegen eines nicht regelkonformen Anzuges aus dem Wettbewerb genommen. "Stefan hat einen Anzug aus dem Sommer verwendet, bei dem ein Bein um fünf Millimeter zu kurz war", sagte Coach Harald Diess.

Auch Kasai verpasst Olympia

Seinen Traum von der neunten Olympia-Teilnahme begraben muss Oldie Noriaki Kasai, der Japaner scheiterte zweimal in der Qualifikation. "Jetzt ist mein großes Ziel zu springen, bis ich 60 bin", sagte der 53-Jährige. Die Bestmarke der meisten Teilnahmen an Winterspielen muss er sich aber vorerst weiter mit Eisschnellläuferin Claudia Pechstein teilen.

Weiter geht es für Geiger, Prevc und Co. schon am Donnerstag, wenn in Oberstdorf die Qualifikation für die Skiflug-WM ansteht. Er werde in seiner Heimat "alles, was ich aus Japan mitgenommen habe, in die Wettkämpfe einbringen", sagte Geiger.

Sapporo 2025/2026

1SlowenienDomen Prevc277.70
2JapanRyoyu Kobayashi274.20
3ÖsterreichDaniel Tschofenig265.80
4ÖsterreichManuel Fettner262.90
5ÖsterreichJan Hörl250.90

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