Die französische Frauen-Staffel startete als absoluter Top-Favorit in das Weltcuprennen in Ruhpolding. Am Ende reicht es für das Team aber trotz einer guten Schießleistung nur zu Platz vier. Der Grund dafür ist schnell gefunden.
Wer am Mittwoch gegen einen Podestplatz von Lou Jeanmonnot, Océane Michelon, Justine Braisaz-Bouchet und Julia Simon gewettet hat, dürfte sich über einen netten Gewinn gefreut haben. Das hoch favorisierte französische Quartett landete völlig überraschend nur auf dem vierten Platz, nachdem das Team die Konkurrenz in der gleichen Besetzung in Oberhof noch deklassiert hatte.
Erstaunlich ist das vor allem, weil die Französinnen in Ruhpolding gut schossen. Keine Strafrunde, nur sechs Nachlader: Damit waren sie sogar besser als die siegreichen Norwegerinnen (neun Nachlader) und die drittplatzierten Schwedinnen (sieben). Was also lief dann schief?
Biathlon-Star hat sich "hilflos gefühlt"
Laut Braisaz-Bouchet ist die Antwort simpel: "Die anderen Teams waren einfach besser als wir." Die Olympiasiegerin verwies in diesem Zusammenhang auch auf die besondere Strecke in Ruhpolding, die so schnell ist, dass sich Lücken nur schwer schließen bzw. reißen lassen. "Um Abstände zu bekommen, muss man hart arbeiten", sagte sie. Auch Jeanmonnot sah darin einen Grund und meinte: "Das ist ein Rennen, wo sich das Laufen nicht so sehr auszahlt."
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Dass die Französinnen am Ende trotz allem noch die Chance auf einen Podestplatz hatten, lag vor allem an der starken Leistung von Schlussläuferin Simon, die die Lücke nach vorne mit zwei fehlerfreien Schießeinlagen schließen konnte. Auf der letzten Runde war sie dann jedoch machtlos.
"Es war schmerzhaft. Ich habe alles gegeben, aber die anderen waren so schnell. Das war ein ganz anderes Tempo. Ich habe mich hilflos gefühlt", sagte sie am "L'Équipe"-Mikrofon. "Die letzte Runde ist normalerweise meine Stärke, aber dieses Mal konnte ich meine Position nicht halten. Es war ein echter Kampf", ergänzte die zehnmalige Weltmeisterin, die im Sieg der Norwegerinnen mit Blick auf Olympia aber auch etwas Positives sah: "Der Druck liegt jetzt bei ihnen."


