Neun Teilnahmen bei Olympischen Winterspielen hat noch niemand geschafft - bislang teilt sich Japans Skisprung-Dino Noriaki Kasai den Rekord mit Eisschnellläuferin Claudia Pechstein, die ihre Karriere beendet hat. Noch hat der 53-Jährige die Hoffnung nicht aufgegeben.
"Es ist zu 99 Prozent unmöglich. Aber ich werde mein Bestes geben und auf das eine Prozent hoffen", erklärte Noriaki Kasai vor dem Weltcup-Wochenende im heimischen Sapporo, wo er sein sensationelles Comeback feiern könnte.
Zur Wahrheit gehört freilich, dass der Altmeister absolute Top-Ergebnisse bräuchte, um Ryoyu Kobayashi, Ren Nikaido, Naoki Nakamura oder Yukiya Sato noch aus dem Olympia-Team zu verdrängen. Eine Herkulesaufgabe.
Zumindest winken Kasai aber andere Rekorde: Sollte er am Freitag die Qualifikation überstehen, würde er mit 580 Weltcup-Teilnahmen seine eigene Bestmarke verbessern. Den Altersrekord hält er ohnehin seit Jahren.
"Bei meiner aktuellen Leistung denke ich, dass ich die Qualifikation schaffe. Aber ich frage mich, ob ich den zweiten Durchgang erreiche", gab Kasai zu bedenken. Letztmals war er im vergangenen Winter ebenfalls in Sapporo im Weltcup am Start.
Kasai betreibt Eigenwerbung im Continental-Cup
Der liebevoll "Flugsaurier" gerufene Japaner, der im Dezember 1988 bereits als 16-Jähriger - damals noch im Parallelstil - sein Weltcupdebüt gefeiert hatte, erzielte zuletzt in der zweiten Liga des internationalen Skispringens, dem Continental-Cup, durchaus ordentliche Ergebnisse.
Als Belohnung rückt er in Sapporo ins zusätzliche Kontingent des Gastgebers: Japan darf neben den sechs ursprünglichen Startplätzen noch vier weitere Tickets für den Weltcup (am Samstag und Sonntag im sport.de-Liveticker) vergeben.
In seiner bewegten Karriere feierte Kasai unzählige Erfolge. So wurde er 1992 Weltmeister im Skifliegen, bei Olympia 2014 holte er im Alter von 42 Jahren die Silbermedaille von der Großschanze. Mit der Mannschaft sprang bei den Winterspielen einmal Silber (1994) und einmal Bronze (2014) heraus.

