Auch beim Skisprung-Weltcup im polnischen Zakopane gelang Karl Geiger nicht der erhoffte Befreiungsschlag. Mehr als ein 23. Platz beim Auftakt in Lillehammer war in diesem Winter für den 32-Jährigen bislang nicht drin. Die Hoffnung, den Abstand auf die besten Skispringer der Welt verkürzen zu können, hat der Routinier aber noch nicht aufgegeben.
Für ihn sei die aktuelle Zeit "sehr schwer", erklärte Karl Geiger im Gespräch mit "Skispringen-News.de": "Speziell, wenn man dann so ein Brett wie in Oberstdorf bekommt – das muss man erst einmal verkraften, und da geht auch das Kopfkino los. Das geht nicht spurlos an mir vorbei. Da muss man wirklich wieder mit sich selbst ins Reine kommen, das ist der erste Schritt."
Er sei dennoch optimistisch, die schlechten Ergebnisse der vergangenen Wochen hinter sich lassen zu können. "Es ist möglich", antwortete der gebürtige Oberstdorfer auf die Frage, ob er sich vorstellen kann, noch einmal in der Weltspitze mitmischen zu können: "Ich weiß auch, dass ich das kann, weil ich in solchen Situationen eigentlich ziemlich gut bin. Aber einfach ist es sicher nicht."
Am Wochenende folgte in Zakopane mit dem Verpassen des zweiten Durchgangs als 31. der nächste Rückschlag. Der 23. Platz beim ersten Weltcup der Saison im norwegischen Lillehammer war bislang das höchste der Gefühle in einer extrem enttäuschenden Saison des langjährigen Zugpferdes des DSV. Ans Aufgeben denkt Geiger aber nicht.
Skispringen: Bei Geiger passt die Abstimmung nicht
"Die Liebe zu diesem Sport ist ungebrochen, auch wenn er gerade gnadenlos ist. Ich habe viele positive und nette Nachrichten erhalten und wirklich viel Aufbauarbeit von den Leuten um mich herum erfahren", erklärte der dreimalige Olympia-Medaillengewinner: "Ich hatte einfach das Gefühl, dass wirklich alle hinter mir stehen – oder zumindest die meisten. Die wichtigsten auf jeden Fall."
Dass der DSV-Adler wieder in die Spur findet, kann aber wohl noch etwas Zeit in Anspruch nehmen. "Das momentane Reglement und die Abstimmung, die ich habe, passen nicht zusammen. Grundsätzlich ist das neue Reglement kein Problem", betonte der 32-Jährige, der weiß, woran er arbeiten muss.
"Die Abstimmung passt nicht und es war von Anfang an schwierig. Das war bei ein paar anderen Teamkollegen, zum Beispiel bei Felix Hoffmann oder Hille Raimund, anders – für sie war es kein großer Unterschied. Bei Andi Wellinger, Pius Paschke und mir ist es so, dass wir damit springen können, aber es ist nicht so effektiv. Wir müssen schauen, dass wir effektiver werden, und daran scheitern wir momentan", so Geiger.

