Der Biathlon-Weltcup in Nove Mesto Ende Januar sollte vielen Biathlon-Stars eigentlich als Generalprobe für die Olympischen Spiele dienen. Doch allen voran die Top-Nationen sind mit dem Austragungsort nicht glücklich. Viele große Namen werden wohl freiwillig auf die Reise nach Tschechien verzichten.
Der Biathlon-Weltcup in Nove Mesto steht in diesem Jahr unter besonderen Vorzeichen. In Tschechien finden die letzten Rennen vor dem Beginn der Olympischen Spiele statt. Eigentlich optimal, um sich den Feinschliff zu holen. Doch es gibt ein Problem.
"Es ist klar, dass die Planungen in dieser Woche beeinflusst worden wäre, wenn die Rennen an einem anderen Ort stattfinden würden. Ich weiß, dass viele meiner Kolleginnen und Kollegen, auch bei uns intern, so denken", erklärte Schwedens Top-Biathletin Elvira Öberg im "Aftonbladet"-Gespräch mit Blick auf Nove Mesto.
Was sie meint: Die Rennen in Nove Mesto finden auf einer Höhe von nur rund 600 Metern statt. Für die Olympia-Rennen in Antholz geht es aber hinauf auf rund 1600 Meter. Ein Riesenunterschied.
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Viele Biathlon-Stars verzichten auf Nove Mesto
Viele Biathlonverbände haben sich deswegen schon jetzt dazu entschieden, Nove Mesto komplett sausen zu lassen und stattdessen ein Höhentrainingslager zu absolvieren. Die Norweger werden ihres in Lavazè beziehen, auch die Franzosen denken darüber nach, Tschechien auszulassen.
Im deutschen Team ist dies ebenfalls eine Option. Zumindest Franzi Preuß erklärte allerdings in dieser Woche, in Nove Mesto starten zu wollen. "Ich bin ein Fan davon, im Rhythmus zu bleiben", begründete sie am Dienstag in Ruhpolding.
Für Elviras Schwester Hanna Öberg ist das dagegen keine Option. "Ich habe eine bessere Chance, bei Olympia gut abzuschneiden, als auf den Gewinn des Gesamtweltcups", sagte sie. Deswegen werde sie nach Ruhpolding direkt in die Höhe reisen, um ihren gesamten Fokus auf das Saison-Highlight zu legen.
Biathlon-Teams setzen auf individuelle Lösungen
Aktuell spricht viel dafür, dass es in den meisten Mannschaften auf individuelle Lösungen hinauslaufen wird. So zum Beispiel auch im schwedischen Team. Sebastian Samuelsson will anders als die Öberg-Schwestern in Tschechien antreten. Er schielt mit einem Auge aber auch noch auf den Gesamtweltcup.
Das gilt auch für den Norweger Johan-Olav Botn. Er hat in diesem Jahr noch gar kein Rennen bestritten und wird auch in Ruhpolding nicht am Start sein. Nove Mesto könnte für ihn zur großen Chance werden, Punkte im Gesamtweltcup gutzumachen. Vor allem, wenn er in Tschechien auf ein deutlich schwächeres Teilnehmerfeld treffen wird.


