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Kommentar zum Rücktritt des Steelers-Coach

Mike Tomlin geht den einzigen Schritt

Mike Tomlin ist nicht mehr Head Coach der Pittsburgh Steelers
Mike Tomlin ist nicht mehr Head Coach der Pittsburgh Steelers
Foto: © IMAGO/Barry Reeger
14. Januar 2026, 10:50

Mike Tomlin ist nicht länger Head Coach der Pittsburgh Steelers in der NFL. Mit ihm geht der dienstälteste Coach der Liga und zwar auf dem einzigen Weg, auf dem dies möglich schien. Das sagt viel über ihn und das Traditions-Franchise. Ein Kommentar.

Es war einfach Zeit. Seit 2007 war Mike Tomlin der starke Mann bei den Steelers und gewann bereits in seiner zweiten Saison Super Bowl XLIII gegen die Arizona Cardinals. Es war der sechste Titel für Pittsburgh - Rekord in der Super-Bowl-Ära! Und eine Ära kündigte sich damit auch an, schließlich war es die Fortführung der erfolgreichen Zeit von Vorgänger Bill Cowher, der den fünften Titel des Franchise nur drei Jahre zuvor gewann.

Unterm Strich waren es 19 Jahre - und noch eine weitere Super-Bowl-Teilnahme - mit bekanntermaßen keiner einzigen Losing Season, was zum Start einer Trainerkarriere ein NFL-Rekord ist. Tomlin gewann achtmal die AFC North und erreichte 13 Mal die Playoffs, zuletzt dreimal in Folge. Das ist aller Ehren wert und dürfte ihn zu einem sicheren zukünftigen Hall-of-Famer machen.

Doch seit ein paar Jahren schon schwebte immer wieder dieses Gefühl des Stillstandes mit. Nicht nur, weil man mit Ben Roethlisberger einen Ausnahme-Quarterback verloren hat und es schwerfiel, diesen zu ersetzen. Das Problem hat nahezu jedes Franchise irgendwann mal in seiner Geschichte. Doch die Tatsache, dass die Steelers seit Januar 2017 - also vor neun Jahren - zuletzt ein Playoff-Spiel gewannen, sorgte schon seit Längerem für Unmut.

Video: NFL Highlights: Texans @ Steelers

Tomlin geht den einzigen Weg

Allerdings hauptsächlich bei den Anhängern des Teams und bei Beobachtern. Was die Teamführung und die Besitzer-Familie Rooney betrifft, darf das aber zumindest bezweifelt werden. Jene wäre dem Vernehmen nach trotz der neuerlichen Enttäuschung am Montagabend - ein trostloses 6:30 gegen Houston - mit Tomlin in ein weiteres Jahr gegangen, zur Not auch als Lame Duck, da sein aktueller Vertrag Ende 2026 ausgelaufen wäre.

Der einzige Weg zu einer Trennung war somit ein Rücktritt Tomlins. Und genau diesen Weg hat er nun gewählt. Mike Tomlin selbst hat erkannt, dass diese Reise ein Ende haben musste. Ein Teil der Reise ist das Ende, wusste nicht nur Tony Stark. Und Tomlin hat dies für sich selbst gewählt und damit die Entscheidung getroffen, die die Rooneys nicht treffen wollten oder konnten. 

Sicher hätte er weitermachen können. Er hat trotz zuletzt abstruser Quarterback-Situationen mit Kenny Pickett, Russell Wilson, Justin Fields und zuletzt Aaron Rodgers nie mehr Spiele verloren als gewonnen. Und gerade in den vergangenen drei Jahren reichte es immer zu zehn Siegen. Doch waren es eben seit 2020 auch nie mehr als das. Die Steelers sind trotz einer meist guten Defense um Superstar T.J. Watt ein Team, das im Mittelmaß festhängt. Seit geraumer Zeit. Und das ist dann eben auch ein Grund dafür, dass man keinen Top-Quarterback bekommt, man draftet eben nie früh genug und neigt auch nicht zu aggressiven Trades.

Insofern ist es Zeit für einen Reset. Ein Neuanfang, der wohl für beide Seiten einfach unabdingbar ist. Für Tomlin, der nach 19 Jahren wohl einfach einen Tapetenwechsel braucht, womöglich auch mit einem Jahr Pause wie etwa Sean Payton, der sich im TV ausgetobt hat, ehe er zu den Broncos ging. Tomlin könnte nun ebenfalls bei FOX Sports landen, wo man noch keinen Nachfolger für Jimmy Johnson ernannt hat. Und das Network soll großes Interesse haben, ebenso wie jedes andere aber auch. 

Die Coaches der Pittsburgh Steelers seit dem Merger
CoachAmtszeitBilanz (S-N-U)SiegquoteSuper-Bowl-Bilanz
Chuck Noll1969–1991193–148–156,6 %4–0 (IX, X, XIII, XIV)
Bill Cowher1992–2006149–90–162,3 %1–1 (XL, XXX)
Mike Tomlin2007–2025193–114–262,8 %1–1 (XLIII, XLV)

Tomlin vor TV-Karriere?

Laut Adam Schefter wird Tomlin sehr wahrscheinlich diesen Weg gehen und sich dann womöglich für 2027 als Coach wieder in Position bringen. Oder vielleicht einfach gar nicht mehr coachen. Vorgänger Cowher wollte einst auch nur kurz ins TV. Seither ist er fester Bestandteil der NFL-Coverage von CBS und macht dies nun auch schon 19 Jahre. 

Was die Steelers angeht, wird nun der vierte Head Coach seit dem Merger gesucht. Basierend auf den Profilen der ersten drei dürfte die Rooney-Familie auch dieses Mal jemanden präferieren, der relativ jung ist und idealerweise einen defensiven Background hat. Der Erfolg gibt ihnen Recht.

Denver Broncos
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Buffalo Bills
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Sa, 17.01.
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San Francisco 49ers
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So, 18.01.
New England Patriots
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Houston Texans
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21:00
So, 18.01.
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Mo, 19.01.
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