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Österreich-Star wird deutlich

"Doping"-Vorwürfe im Skispringen

Langläufer Mika Vermeulen kennt sich auch im Skispringen bestens aus
Langläufer Mika Vermeulen kennt sich auch im Skispringen bestens aus
Foto: © IMAGO/GEPA pictures/ Harald Steiner
14. Januar 2026, 09:29
sport.de
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Mika Vermeulen geht inzwischen erfolgreich im Langlauf an den Start, früher war der 26 Jahre alte Österreicher aber auch in der Nordischen Kombination und im Skispringen aktiv. Nun packt er über die damaligen Schummel-Praktiken aus - und hat auch eine dezidierte Meinung zur aktuellen Betrugs-Debatte.

Im Podcast "Skirious Problems" schilderte Vermeulen die Eindrücke von seiner ersten Teilnahme an der Nachwuchsserie Alpencup und der Messung für die Skisprung-Anzüge.

"Dort wurden verschiedene Körpermaße genommen, von der Körpergröße über die Schrittlänge bis hin zur Beinlänge, um Standards festzulegen, die während der gesamten Saison gelten sollten", erklärte er.

Erfahrene Athleten hätten ihm geraten, "die Intimzone mit Klebeband zu fixieren, damit die Schrittlänge zwei oder drei Zentimeter kürzer ausfällt", sagte Vermeulen. "Außerdem haben die Leute früher geschummelt und eine Menge Plastilin in ihre Unterwäsche gesteckt, um die Schrittlänge um bis zu fünf Zentimeter zu verkürzen".

Damit würde der Anzug an dieser Stelle größer werden, der Luftwiderstand zunehmen, "und damit ändert sich auch die Leistung", sagte Vermeulen.

Skispringen: "Jeder, der disqualifiziert wird, betrügt absichtlich"

Er betonte, wie es aktuell im Skispringen aussieht, könne er nicht einschätzen, sei aber froh, als Langläufer nicht mehr Teil des Ganzen zu sein.

Bei den Anzug-Schummeleien gehe es um mehrere Meter, so Vermeulen, "daher würde ich sagen, dass es mit Doping vergleichbar ist. Ich kann das mit absoluter Sicherheit sagen: Jeder, der beim Skispringen und in der Nordischen Kombination disqualifiziert wird, betrügt absichtlich. Und sie rechtfertigen sich damit, dass sie sagen: 'Ja, ja, aber alle anderen machen das auch.'"

Aufgeheizt ist die Betrugs-Debatte im Skispringen seit der Nordischen Ski-WM im vergangenen Jahr, bei dem die Norweger ihre Anzüge manipuliert hatten.

Die FIS reagierte damit mit schärferen Kontrollen und neuen Regeln, wie der Einführung der Gelben und Roten Karte, die bei der Vierschanzentournee zur Disqualifikation des Slowenen Timi Zajc führten.

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