Erst im Sommer hatte der polnische Ski-Verband das Missverständnis mit Thomas Thurnbichler nach drei Jahren als Skisprung-Bundestrainer beendet. Ersetzt wurde der Österreicher durch Maciej Maciusiak. Wirklich besser läuft es für Kamil Stoch und Co. aber auch unter dem 43-Jährigen nicht. Folgt noch vor Olympia die Trennung?
Diese Frage stellte ein Journalist laut "Sport.pl" auch Teamchef und Skisprung-Ikone Adam Małysz am Rande des Weltcups in Zakopane auf einer Pressekonferenz. "Während der Saison? Und noch dazu vor den Olympischen Spiele? Ich bin überzeugt, dass man während der Saison solche Schritte nicht unternimmt. Ich bin weiterhin der Meinung, dass Maciek ein guter Trainer ist", antwortete er demnach.
Unter Maciusiak machten die polnischen Skispringer nach einer schwachen Weltcup-Saison 2024/25 bislang kaum Fortschritte. Im Gesamtweltcup ist kein Athlet der einst so erfolgreichen Skisprung-Nation in den Top 10 zu finden. Einzig Nachwuchshoffnung Kacper Tomasiak ist als Zwölfter in der Lage, immerhin ab und zu in der Weltspitze dabei zu sein.
Skispringen: Keine schnelle Maciusiak-Entlassung
Zweifel an der Entscheidung, Thurnbichler durch den unerfahrenen Maciusiak zu ersetzen, gibt es bislang aber nicht. "Der Vorstand des Polnischen Skiverbandes ist der Meinung, dass wir, wenn wir einen Trainer berufen, ihm erst einmal eine Chance bis zum Ende der Saison geben und dann erst abrechnen. So war es schließlich auch mit Thomas und den früheren Trainern", erklärte Małysz.
Die Arbeit des Cheftrainers während einer laufenden Saison zu beurteilen, sei "nicht so einfach", betonte der 48-Jährige und führte aus: "Ich bin oft mit ihnen zusammen und ich sehe keine schlechte Stimmung, keine Streitigkeiten zwischen den Athleten und keine Vorwürfe gegenüber den Trainern." Das war unter seinem Vorgänger noch anders.
Immerhin: Polen konnte beim Heim-Weltcup in Zakopane am vergangenen Wochenende das erste Podest des Winters im Teamwettbewerb feiern - allerdings in der Abwesenheit zahlreicher Top-Springer wie Ryoyu Kobayashi, Philipp Raimund und Domen Prevc.

