Kindergarten statt Loipe und Schießstand: Deutschlands Biathlon-Ikone Kati Wilhelm hat sich ein berufliches Standbein aufgebaut, mit dem sie selbst nicht gerechnet hätte.
Wie die 49-Jährige gegenüber der "Welt" schilderte, arbeitet sie seit Längerem als Bewegungscoach für Kita-Kids. "Dass es so kommt, habe ich definitiv nicht erwartet. Als Bewegungscoach in Kindergärten zu arbeiten, hat sich zum Beispiel nach der Pandemie einfach entwickelt und sollte eigentlich nur für einen kurzen Zeitraum sein. Jetzt sind es schon mehr als zwei Jahre", sagte die dreimalige Biathlon-Olympiasiegerin und fünfmalige Weltmeisterin.
Doch auch dem Sport bleibt Wilhelm weiter eng verbunden. Seit Mai 2025 fungiert sie als Präsidentin des Thüringer Skiv-Verbandes. Mit großer Mehrheit wurde sie damals zur von Frank Eismann gewählt, der nicht mehr kandidierte.
"Ich war vorher Vize-Präsidentin – in die Position war ich tatsächlich eher hineingerutscht. Ich habe dann gemerkt, dass man vielleicht etwas verändern kann und als ehemaliger Sportler viel mitbringt", erklärte die frühere Skijägerin, die ihre aktive Biathlon-Laufbahn nach der Saison 2009/2010 beendet hatte.
Langlauf statt Biathlon: Kati Wilhelm als Trainerin engagiert
Zudem ist Wilhelm als Langlauf-Trainerin im Nachwuchsbereich aktiv. Bei ihrem Heimatverein in Steinbach-Hallenberg hat sie unter anderem ihren elfjährigen Sohn Jacob unter ihren Fittichen. Die 14 Jahre alte Tochter Lotta besucht ein Sportgymnasium.
"Ich habe immer versucht, dass ich als Mutter keinen Leistungsdruck aufbaue. Der kommt nur von außen, wenn gefragt wird, ob sie in die Fußstapfen der Mama treten wollen. Das finde ich schwierig", sagte Wilhelm. "Zugegeben, wenn ich mal dabei bin, will ich sie natürlich auch verbessern."
Wilhelm war 1999 vom Langlauf zum Biathlon gewechselt und hatte sich schnell in der Weltspitze etabliert. Olympia-Gold gewann sie 2002 in Salt Lake City im Sprint und in der Staffel sowie 2006 in Turin in der Verfolgung.
