Der VfB Stuttgart siegt eindrucksvoll 4:1 bei seinem bisherigen Angstgegner Bayer Leverkusen.
Sebastian Hoeneß grinste, als er über den Rasen schritt und ins weitgehend leere Stadion blickte. Ein paar Meter weiter nahmen sich Deniz Undav und Jamie Leweling herzlich in den Arm - sie hatten beim Stuttgarter Angstgegner Bayer Leverkusen eindrucksvoll die Ränge leer gespielt.
"Da hat sich in den letzten Jahren ein bisschen was angestaut. Wir haben hier schon sehr gelitten. Deswegen haben wir uns diesen Abend mit dem Ergebnis redlich verdient", sagte Sportvorstand Fabian Wohlgemuth nach dem 4:1 (4:0) des völlig entfesselten VfB im Topspiel bei der Werkself bei "Sky".
DFB-Stars trumpfen beim VfB Stuttgart auf
Im Mittelpunkt standen vor allem die beiden Nationalspieler Leweling und Undav, die für drei der vier Tore verantwortlich waren. "Wenn man über die WM redet, denke ich schon, dass der ein oder andere heute einen richtigen Schritt gemacht hat", meinte Wohlgemuth. Leweling traf zweimal (7./45.), Undav bereitete die beiden Treffer vor und erzielte selbst das 4:0 (45.+2). Außerdem war Maximilian Mittelstädt (29., Foulelfmeter) erfolgreich.
Der erste Sieg gegen Bayer seit über sieben Jahren und 15 Pflichtspielen bescherte dem VfB Big Points im Kampf um die Königsklasse. Und: Auch Sebastian Hoeneß gewann im zwölften Anlauf erstmals in seiner Trainerkarriere gegen die Werkself. Daran änderte auch der Ehrentreffer durch Alejandro Grimaldo nichts (66., Foulelfmeter).
Die Schreckensbilanz, hatte Hoeneß zuvor betont, wolle der VfB natürlich "etwas ändern". In 29 Pflichtspielen war Stuttgart seit 2010 auf Leverkusen getroffen, nur ein Sieg sprang in dieser Zeit heraus. "Die Motivation ist groß", sagte Hoeneß auch deshalb.
Gleich sieben potenzielle WM-Kandidaten von Bundestrainer Julian Nagelsmann begannen bei den Schwaben - und sie sollten zunächst die Hauptakteure sein. Früh scheiterte Josha Vagnoman per Kopf am starken Bayer-Torhüter Mark Flekken (2.). Leweling blieb aus kurzer Distanz dagegen cool, nachdem ihn Deniz Undav perfekt in Szene gesetzt hatte.
VfB Stuttgart präsentiert sich eiskalt
Das Duell, das in den vergangenen beiden Jahren meist Spektakel geliefert hatte, verlor nach einem temporeichen Beginn etwas an Fahrt. Die Gäste kontrollierten die Partie dennoch - und blieben gefährlich: Nachdem Bayers Jeanuel Belocian Vagnoman ungestüm von den Beinen geholt hatte, verwandelte Mittelstädt den fälligen Strafstoß lässig.
Dem enttäuschenden Team von Trainer Kasper Hjulmand, das kurzfristig auf Torjäger Patrik Schick (muskuläre Probleme) verzichten musste, fehlte die Durchschlagskraft. Und defensiv agierte Bayer indiskutabel. Einzig Ezequiel Fernández sorgte für echte Gefahr, den abgefälschten Ball parierte VfB-Keeper Alexander Nübel aber herausragend (32.).
Stuttgart schlug dagegen eiskalt zu. Undav setzte abermals Leweling ein, der Flekken auf dem falschen Fuß erwischte. Den Doppelschlag machte Undav perfekt: Er behauptete sich robust gegen Robert Andrich. Nur einmal lag Bayer in seiner Bundesliga-Geschichte zur Halbzeit höher zurück: Im Oktober 2021 hatte es 0:5 gegen die Bayern gestanden.
Hjulmands Team bemühte sich um Schadensbegrenzung. Martin Terrier (54.) und Ernest Poku (56.) fehlte die Genauigkeit, dazu blieb Nübel hellwach. Stuttgart verteidigte in der Schlussphase konzentriert - mit Ausnahme von Jeff Chabot, der einmal zu spät gegen Malik Tillman kam und Leverkusen den Anschluss vom Punkt durch Grimaldo ermöglichte.





























