Mit Platz sieben beim Biathlon-Sprint in Oberhof zeigte die französische Spitzen-Skijägerin Lou Jeanmonnot am Donnerstag eine für ihre Verhältnisse nur solide Vorstellung, die Führung im Gesamtweltcup verteidigte die 27-Jährige dennoch. Dass der Vorsprung auf die Norwegerin Maren Kirkeeide allerdings noch 54 Punkte beträgt, ist auch ein Stück weit Glück, wie Jeanmonnot nun enthüllte.
Wäre Frankreichs Biathlon-Star Lou Jeanmonnot nach dem Sprint von Oberhof disqualifiziert worden, hätte sie sich wohl nur bedingt beschweren können. Das gab die zweite der Gesamtwertung des Vorjahres gegenüber "Chaîne L'Équipe" zu. Der Grund war nicht genehmigte Werbung auf ihrem Gewehr.
"Nicht autorisierte Werbung kann mit einer Disqualifikation bestraft werden", führte Jeanmonnot aus. "Wenn ein IBU-Offizieller schlecht gelaunt gewesen wäre, hätte es anders ausgehen können. Ich bin mit einem blauen Auge davongekommen."
Konkret unterlief Jeanmonnot ein Fauxpas, da sie am vergangenen Wochenende zu den Stars zählte, die einen Ausflug auf die französische Samse Biathlon National Tour wagten. Als haushohe Favoritin ließ Jeanmonnot den Talenten keine Chance und holte sich den Sieg, die Folgen hätten letztlich aber schwer wiegen können.
"Ich war verärgert, weil ..."
Denn Jeanmonnot tauschte den Aufkleber des Weltcup-Sponsors Viessmann auf ihrem Gewehr gegen einen Samse-Sticker aus und vergaß schlicht, dies rückgängig zu machen.
Eine Kontrolleurin soll sie vor dem Start in Oberhof zwar auf das Versäumnis angesprochen haben, ihr aber auch mitgeteilt haben, dass keine Probleme drohen, sie nach dem Rennen tätig werden könne, so Jeanmonnot.
"Die Frau an der Startlinie sagte mir, ich solle mich beruhigen, alles würde gut werden, weil ich innerhalb von dreißig Sekunden versucht hatte, das Problem zu beheben. Sie war wirklich sehr gelassen. Wäre der IBU-Offizielle jedoch schlecht gelaunt gewesen, hätte es anders ausgehen können", führte Jeanmonnot aus und ergänzte: "Ich war verärgert, weil sie den französischen Aufkleber einfach hätten entfernen und mich ohne ihn starten lassen können."
Im Ziel schilderte Jeanmonnot die Begebenheiten umgehend und letztlich ließen die Verantwortlichen Milde walten. Eine Entscheidung, die im Sinne des Sports durchaus zu begrüßen ist. Einen Vorteil hat sich Jeanmonnot schließlich nicht verschafft.

