Peter Gulacsi ist bei RB Leipzig längst mehr als nur ein Torwart. Seit Jahren ist der Ungar eines der Gesichter des Klubs. Er gewann mit RB Titel und führte die Mannschaft zeitweise als Kapitän durch Höhen und Tiefen. Doch mittlerweile steht die weitere Zukunft des 35-Jährigen am Cottaweg auf der Kippe. Bleibt eine der letzten Helden der ersten Bundesliga-Stunde? Oder endet die gemeinsame Geschichte im Sommer?
Hinter den Kulissen laufen längst intensive Gespräche. Mindestens zweimal saß Gulacsi bereits mit RB-Geschäftsführer Marcel Schäfer zusammen. "Es geht darum, wie die sportliche Perspektive aussieht? Welche Rolle nimmt er ein? Welche Rolle ist ihm zugedacht?", wurde Schäfer dazu jüngst offen in der "Bild" zitiert. Und weiter: "Welche Rolle sieht er aber auch für sich selbst für das nächste Jahr oder auch die nächsten Jahre?"
Der Hintergrund ist klar: RB Leipzig plant den nächsten Entwicklungsschritt – und der heißt Verjüngung. Im Tor soll perspektivisch Maarten Vandevoordt übernehmen. Der 23-Jährige gilt als Zukunftslösung, Gulacsi müsste sich für die Verlängerung seines im Sommer auslaufenden Vertrags mit der Rolle als Herausforderer oder Ersatzkeeper anfreunden.
Schäfer macht keinen Hehl daraus: "Wir wollen die Mannschaft verjüngen. Dass auf der Torhüterposition irgendwann ein Generationenwechsel stattfindet, ist klar."
Zukunftsfrage bei Peter Gulacsi weiter völlig offen
Mit der sportlichen Rolle ist auch das Gehalt verknüpft. Bis zu 5,5 Millionen Euro soll Gulacsi laut "Bild" derzeit verdienen. Für einen neuen Vertrag wären wohl noch maximal rund drei Millionen drin, womöglich auch noch deutlich weniger. Schäfer betonte: "Es geht auch um das Wirtschaftliche. Wir wollen auf ein gesundes Maß bei den Gehaltskosten." Eine Anpassung ist auch nötig, um kein Ungleichgewicht zwischen Stamm- und Ersatzkeeper zu schaffen.
Geht Gulacsi diesen Schritt mit? Leipzig ist für ihn und seine Familie längst Heimat geworden. Gleichzeitig sondieren er und seine Berater den Markt, ein Wechsel war zuletzt immer mal wieder ein Thema. Dass es dazu noch nicht kam, liegt auch an der Wertschätzung des Klubs.
Schäfer stellt klar: "Er ist ein sehr, sehr verdienter Spieler, der immer seine Leistung gebracht hat." Und weiter: "Auch im vergangenen halben Jahr hat er seinen Teil dazu beigetragen, dass wir eine tolle Entwicklung als Gruppe genommen haben – auf dem Platz, außerhalb des Platzes und auch tabellarisch. Das werden wir auch berücksichtigen."
Respekt ist da – doch Entscheidungen müssen fallen. Zwischen Stammplatz, Bankplatz und Gehaltsverzicht und Abschied ist im Gulacsi-Poker noch alles möglich.


































