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Erstes Rennen im Olympia-Jahr

Nawrath setzt Ausrufezeichen bei Giacomels Tränen-Sieg

Philipp Nawrath landete beim Sprint in Oberhof auf dem zweiten Platz
Philipp Nawrath landete beim Sprint in Oberhof auf dem zweiten Platz
Foto: © IMAGO/Oryk HAIST
08. Januar 2026, 12:43

Philipp Nawrath kämpfte im Nebel von Oberhof um jede Sekunde, dann winkte er glücklich in Richtung der Fans am Rennsteig: Der 32-Jährige hat die deutsche Biathlon-Party im Thüringer Wald mit einem Podestplatz befeuert. Beim emotionalen Tagessieg des Italieners Tommaso Giacomel, Freund des kürzlich verstorbenen Norwegers Sivert Guttorm Bakken, stürmte Nawrath auf den zweiten Platz (1 Strafrunde/+13,2 Sekunden).

"Es ist eine Riesenerleichterung", freute sich Nawrath am "ARD"-Mikrofon: "Ich hatte bisher immer Schwierigkeiten, in Oberhof wieder reinzukommen in den Wettkampfmodus. Aber ich habe mich diesmal gut darauf vorbereitet." Und so sei er "froh, dass es so funktioniert hat". Hinter Nawrath überzeugten auch Philipp Horn (1/+38,7) als Siebter und David Zobel (1/+59,9) als Zwölfter. Letzterer sicherte sich damit auch die halbe Olympia-Norm.

An der Spitze feierte Giacomel seinen bereits dritten Saisonsieg - doch große Freude kam beim Gewinner nicht auf. "Es ist richtig komisch heute. Es ist einer meiner besten Tagen beim Biathlon, aber gleichzeitig ist es einer der schlechtesten, weil Sivert nicht mehr hier ist", sagte der Italiener, der im Zielbereich einen Gruß gen Himmel an seinen Kumpel schickte: "Das macht mich extrem traurig."

Ein Rennen im Zeichen des verstorbenen Bakken

Das Rennen hatte ganz im Zeichen von Bakken gestanden. Der norwegische Biathlet war am 23. Dezember tot in seinem Hotelzimmer im Höhenlager von Lavazè in Südtirol aufgefunden worden, die Ursache ist weiter unbekannt. Giacomel wollte eigentlich an jenem Tag zusammen mit Bakken Ski fahren gehen. Zu Ehren des Norwegers wurde die "1" nun nicht für den Sprint vergeben, der Startbereich blieb zu Beginn leer. Athleten, Trainer und Fans gedachten mit einer Minute Applaus, es flossen viele Tränen.

"Giacomel habe ich am Mittwoch bei der Dopingkontrolle getroffen. Der war da noch sehr geknickt, hat das aber sehr gut ablegen können oder war vielleicht auch deshalb so gut", sagte Nawrath. Auch wenn Bakken nicht mehr hier sei, "habe ich mich aufs Training konzentriert während der Weihnachtspause", sagte Giacomel, der Bakken, der nur 27 Jahre alt wurde, den Sieg widmete: "Das hat gut funktioniert."

Am Nachmittag (14.15 Uhr/ARD und Eurosport) sind dann die Biathletinnen mit ihrem Sprint an der Reihe. Aufgrund der für Freitag vorhergesagten Sturmböen von über 80 Stundenkilometern wurde das Rennen um einen Tag vorgezogen.

Am Samstag soll es dann am Rennsteig mit der Verfolgung der Männer (12.00 Uhr) und der Staffel der Frauen (14.25 Uhr/alles ARD und Eurosport) weitergehen. "Wir schauen Tag für Tag", sagte IBU-Sportdirektor Daniel Böhm: "Aber aktuell sieht es soweit gut aus, dass wir die Wettkämpfe durchführen können."

Oberhof 2025/2026

1ItalienTommaso Giacomel25:01.70m
2DeutschlandPhilipp Nawrath+13.20s
3NorwegenJohannes Dale-Skjevdal+25.20s
4SchwedenSebastian Samuelsson+31.20s
5NorwegenMartin Uldal+31.40s

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