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"Außergewöhnlichste" Vierschanzentournee

Horngacher sieht "große Probleme" bei Geiger und Wellinger

Analysiert die Vierschanzentournee: Skisprung-Bundestrainer Stefan Horngacher
Analysiert die Vierschanzentournee: Skisprung-Bundestrainer Stefan Horngacher
Foto: © IMAGO/Ulrich Wagner
07. Januar 2026, 15:15
sport.de
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In seinem Fazit zum deutschen Abschneiden bei der 74. Vierschanzentournee hat Bundestrainer Stefan Horngacher den kriselnden Skispringern Karl Geiger und Andreas Wellinger "große Probleme" attestiert.

"Das hat viel, viel Arbeit, viel Kraft gekostet, diese Leute nicht ganz zu verlieren. Man macht eher Minischritte nach vorn statt eines großen Sprungs", schilderte Horngacher in der "Süddeutschen Zeitung". "Doch daran sieht man auch, welche Qualitäten diese Sportler haben. Wenn das nicht so hochklassige Sportler wären, dann wären die komplett runtergefallen, die wären spätestens nach Garmisch-Partenkirchen nach Hause gefahren. Aber sie haben die Challenge angenommen."

Für ihn sei es zwar nicht die schwierigste, aber die "außergewöhnlichste" Tournee gewesen, betonte Horngacher. Die formstarken Skispringer Felix Hoffmann und Philipp Raimund habe sein Trainerteam "im Wettkampf auf höchstem Niveau gecoacht", so Horngacher, "mit den anderen beiden haben wir ein Basistraining absolviert".

Der 56-Jährige führte aus: "Bei Letzterem muss man die Dinge aufs Wesentliche reduzieren. Du hast dann ein oder zwei Punkte, die musst du ganz, ganz konsequent verfolgen. Den Weg darfst du nie verlassen."

Dann gebe es die Chance, "dass man zumindest nicht noch schlechter wird, sondern das System stabilisiert. In solchen Situationen liegt das Problem ja oft darin, dass der Trainer und/oder der Sportler keine Geduld hat. Die Technik ist nicht stabil genug, das System ist nicht bereit zu größeren Veränderungen. Deshalb müssen wir zeitweise immer das Gleiche trainieren".

Video: Highlights: Prevc krönt sich bei der Tournee

Skispringen: Karl Geiger beim "Dampfablassen" im Wald

Im Umgang mit formschwachen Athleten wie Geiger und Wellinger versucht Horngacher, einen gesunden Mittelweg in der Ansprache zu finden.

"Es gibt weder ein Donnerwetter noch Samthandschuhe. Es gibt die Wahrheit. Wir setzen uns zusammen, und ich sage dem Sportler die Defizite, die ich sehe. Ich bin prinzipiell ein Mann der ehrlichen Worte", schilderte er.

Für Wellinger sei es nach seiner Trainingsphase im Vorfeld bei der Tournee wieder "in die falsche Richtung" gegangen, konstatierte Horngacher. "Wir müssen jetzt einfach schauen, dass wir ihn auffangen." 

Geiger habe sich wie sein Teamkollege "schon im Sommer schwergetan". Der 32-Jährige habe "eine unglaubliche Erfahrung", sagte Horngacher, müsse "das Gefühl jedoch wieder lernen, wie es sich anfühlt, dass die Sprünge weit gehen. Er hat verstanden, so wie er es jetzt gemacht hat, funktioniert es nicht".

Beim letzten Springen in Bischofshofen gab es für Geiger einen Rückschlag, "da ist er in den Wald rausgegangen, zum Dampfablassen. Vielleicht hat er einen Baum angeschrien. Ich weiß es nicht, so habe ich das früher manchmal gemacht. Ich habe Bäume angeschrien und den einen oder anderen auch getreten".

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