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"Ohne sie gäbe es die Bühne nicht"

Strelow: Die stillen Stars sind die wahren Helden von Oberhof

Justus Strelow freut sich auf den Biathlon-Weltcup in Oberhof
Justus Strelow freut sich auf den Biathlon-Weltcup in Oberhof
Foto: © IMAGO/christian heilwagen
07. Januar 2026, 10:50

Vor dem anstehenden Biathlon-Weltcup in Oberhof blickt DSV-Läufer Justus Strelow in seiner sport.de-Kolumne auf die heimlichen Stars des Wochenendes. Dazu spricht er über die Besonderheiten des Sprint-Rennens und einen schweren Fehler, den er unbedingt vermeiden muss. 

Beim Training in der Arena von Oberhof fiel mein Blick in diesen Tagen auf die stillen Stars des anstehenden Weltcups: Uns Biathleten gehört ab Donnerstag zweifellos die Bühne. Wir stehen im Rampenlicht. Aber ohne knapp 700 ehrenamtlichen Helfer gäbe es diese Bühne überhaupt nicht.

Mit ihrem großartigen Engagement sorgen sie dafür, dass so ein Weltcup überhaupt stattfinden kann – mit dem Aufbau von Banden und Zäunen im Stadion, als Kampfrichter, Ordner, Shuttlefahrer, Platzeinweiser oder als Animateure.

Biathlon-Weltcup wird zur Familien-Angelegenheit

Einer von ihnen, Peter Groß aus dem kleinen thüringischen Floh-Seligenthal, packt bereits seit der WM 2004 in jedem einzelnen Jahr mit an! Er ist stolz darauf, dass der Weltcup in seiner Heimat Station macht. Bereits am Sonntag sah ich ihn mit einer großen Schaufel auf der Tribüne stehen und gemeinsam mit mehreren Kollegen sorgfältig die Reihen und Sitzschalen vom Schnee befreien – bei den Wettkämpfen, die am Donnerstag mit dem Sprint der Männer beginnen, sollen die Zuschauer schließlich den maximalen Komfort genießen.

Peter Groß ist mit über 60 Jahren noch voll berufstätig und spart sich zum Jahresende immer extra zehn Tage Urlaub auf, die er dann für seine unentgeltliche Tätigkeit im Januar einsetzt. Längst ist das Ehrenamt in Oberhof für ihn Familienangelegenheit: Auch seine Frau Corinna macht sich frühmorgens auf den Weg an den Grenzadler. Seine Töchter Isabell und Beatrice reisen sogar extra aus München und Hamburg an. Diesmal sogar Schwiegersohn Tobias.

Zwar kommen wir Athleten selten persönlich mit all diesen fleißigen Menschen in Kontakt, die es auch an anderen Wettkampforten gibt. Aber ich weiß diesen ehrenamtlichen Einsatz sehr zu schätzen!

"Alles andere wäre ein schwerer Fehler"

Mit Oberhof startet das zweite Trimester der Saison. Mit nur noch drei verbleibenden Weltcups tauchen am Horizont zwar bereits die Olympischen Spiele auf. Und dennoch halte ich meinen Fokus strikt bei den direkt vor mir liegenden Aufgaben. Alles andere wäre ein schwerer Fehler.

Also zunächst alle Kraft auf den Sprint, der aufgrund seiner Kürze ohnehin keine Fehler verzeiht!

Am Schießstand können sich allenfalls sehr gute Läufer einen Fehlschuss leisten. Der Sprint ist ein Rennen gegen sich selbst: In der ersten Runde geht es gleich mit Vollgas los, in der zweiten versucht man das Tempo irgendwie zu halten und in der dritten Runde geht es mit letzter Energie ins Ziel, bis man kaum mehr geradeaus gucken kann. Vorteil: Schon nach maximal 25 Minuten ist das Rennen vorbei und man regeneriert schnell.

Mit einer guten Platzierung würde ich mich allzu gerne bei Peter Groß und seinen fleißigen Kollegen bedanken!

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