Erreicht Bundestrainer Stefan Horngacher seine Skispringer noch? DSV-Sportchef Horst Hüttel meint: ja - und das trotz der äußerst mäßigen deutschen Ergebnisse bei der 74. Vierschanzentournee.
Er wolle "nicht den Stab brechen" über Bundestrainer Stefan Horngacher und sein Team, stellte Hüttel nach dem letzten Springen der Tournee in Bischofshofen am "ARD"-Mikrofon klar. "Sie erreichen die Sportler noch. Es kommt nur nicht der Output heraus, den man sich wünscht. Dann ist es nicht einfach und mühsam."
Hüttel gab zu: "Das Ende der Tournee war für uns ein bisschen unglücklich. Wir wollten noch ums Podest mitkämpfen." Er betonte aber auch: "Die Saison geht weiter, mit den Höhepunkten Skiflug-WM und Olympia."
Horngacher, der am Ende des Winters sein Amt niederlegt, seien in den letzten Jahren "immer gute Dinge eingefallen, um ein hohes Niveau bei den Höhepunkten anzubieten. Das wird die Challenge sein in den nächsten zwei, drei Wochen".
Die Probleme im deutschen Skispringen seien "vielschichtig", sagte Hüttel weiter. "Fakt ist, dass es uns nicht gelungen ist, Leute wie Markus Eisenbichler oder Stephan Leyhe zu ersetzen. Daran werden wir jetzt weiter arbeiten."
Das Beispiel von Spätstarter Felix Hoffmann, dem besten Deutschen bei der abgelaufenen Tournee, zeige, "dass das möglich ist", ergänzte der DSV-Funktionär.
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Von Andreas Wellinger und Karl Geiger habe man in diesem Winter mehr erwartet, räumte Hüttel ein. "Andi hat letzte Saison noch die Raw-Air-Tour gewonnen", verwies er in diesem Zusammenhang auf die Erfolge der Vergangenheit. Aber: "Wenn die Form nicht passt, kann man in den zehn Tagen bei der Tournee ganz schwer den Hebel umlegen."
Horngachers Nachfolger müsse "auch gesamtsystemisch wirken, Leute nach oben bringen, um das Potenzial des Skispringens in Deutschland wieder so zu gestalten, wie wir es schon einmal hatten", sagte Hüttel. "In den letzten zwei, drei Jahren haben wir etwas an Substanz verloren."
Der deutsche Skisprung-Boss ergänzte: "Wir haben es immer wieder geschafft, Leute nach oben zu bringen. Man muss aber hinterfragen, warum die Entwicklung da nicht kontinuierlich weiterging."



