Den WBO-Titel hat Oleksandr Usyk abgegeben, um einem Entzug durch den Verband zuvorzukommen. Die Gürtel von WBA, WBC und IBF will der Schwergewichts-König aber behalten, stellt sein Manager nun klar. Das betrifft auch Deutschlands Box-Star Agit Kabayel.
Im Gespräch mit den "World Boxing News" ließ Oleksandr Usyks Teammanager Sergey Lapin durchblicken, dass sein Protegé nicht die Absicht habe, einen weiteren WM-Gürtel abzugeben.
Der Ukrainer hatte im November den WBO-Titel niedergelegt und kam damit einem Entzug durch den Weltverband zuvor. Usyk hätte den Gürtel gemäß WBO-Regeln gegen Interims-Champion Fabio Wardley verteidigen müssen, zeigte daran aber so gar kein Interesse und schenkte den Titel her. Wardley wurde so am Grünen Tisch WBO-Weltmeister.
Usyk peilt für 2026 einen Kampf in den USA gegen Ex-WBC-Weltmeister Deontay Wilder an. Manager Egis Klimas nannte die US-Westküste als möglichen Schauplatz und Ende April, Anfang Mai als Zeitrahmen.
Lapin brachte allerdings auch andere Orte ins Gespräch. "Es gibt Diskussionen an mehreren Fronten und das Interesse an diesem Kampf in den USA ist größer als viele erwartet haben", sagte er den "WBN".
Usyk gegen Wilder in Las Vegas?
Lapin wies auf das Allegiant Stadium in Las Veags hin. In der Heimstätte des NFL-Klubs Las Vegas Raiders hatten im September die Superstars Canelo Alvarez und Terence Crawford vor 70.000 Zuschauern um die Supermittelgewichts-Krone geboxt.
"Zuallererst kommt es auf die Zahl der Zuschauer an - je größer der Schauplatz, desto besser. Die Größe spielt eine Rolle", sagte Lapin.
Der Ukrainer schloss aber auch einen Kampf am Vegas-Strip im legendären MGM Grand Hotel oder in der T-Mobile-Arena nicht aus.
"Die historische Bedeutung des Schauplatzes ist auch wichtig und bereichert das Event, aber der Hauptfaktor bleibt die Kapazität und die Atmosphäre eines wirklich großen Kampfes."
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Beobachter sehen den sportlichen Wert des Kampfes kritisch. Wilder hat von seinen letzten fünf Kämpfen drei verloren und 2025 nur einen Aufbaukampf bestritten. Dem "Bronze Bomber" aus Alabama eilt aber nach wie vor der Ruf voraus, den härtesten Bumms im Schwergewicht zu haben (43 seiner 44 Siege resultieren durch K.o.).
WBC befreit Usyk vom "unnötigen Kompromiss" Agit Kabayel
Als 13. der WBC-Rangliste kommt Wilder zudem für eine freiwillige Titelverteidigung bei dem in Mexiko ansässigen Verband infrage.
Der WBC hat schon klargemacht, den Kampf abzusegnen, wenn sich die Lager einigen - sehr zur Freude des Weltmeisters.
"Das sind exakt die Schritte und Entscheidungen, die wir brauchen. Dieser Ansatz erlaubt uns, die sportliche Logik des Prozesses zu erhalten und ohne unnötige Kompromisse weiterzumachen", sagte er.
Usyks WBC-Pflichtherausforderer ist als Interims-Weltmeister der Deutsche Agit Kabayel. Der 33-Jährige wäre gemäß dem Rotationssystem der großen Verbände auch als Nächster dran, den WBA/WBC/IBF-König herauszufordern.
Sollte Usyk einer (bisher ausgebliebene) WBC-Ansage nicht nachkommen oder den Gürtel abgeben, könnte der Verband Kabayel zum vollwertigen Weltmeister hochstufen.
Kabayel verteidigt seinen Interims-Titel am 10. Januar in Oberhausen gegen den ungeschlagenen Polen Damian Knyba (LIVE im Pay per View auf DAZN). Gewinnt der "Leberking", wird er sich mit Blick auf das geplante Duell zwischen Usyk und Wilder wohl weiter gedulden müssen, käme als "unnötiger Kompromiss" frühestens im Herbst zum Zug.
Lapin hatte Kabayel Ende 2025 immerhin als Option genannt. Mittlerweile hat allerdings Tyson Fury seine Boxer-Rente beendet und könnte Ende 2026 als (finanziell) attraktiverer Gegner für eine Trilogie mit Usyk auf der Matte stehen.

