Ein Satz, locker dahingesagt, doch mit großer Wirkung: Beim Treffen mit einem Fanklub sprach Mega-Talent Lennart Karl vom FC Bayern offen über seine Zukunftsträume und überraschte viele Zuhörer mit einem ehrlichen Bekenntnis. Über seinen Karrieretraum, eines Tages für Real Madrid auflaufen zu wollen, redete nun auch Günter Netzer, der selbst auf eine bewegte Vergangenheit bei den Königlichen zurückblickt.
"Irgendwann will ich auf jeden Fall mal zu Real Madrid", so die Aussage von Bayern-Youngster Lennart Karl am vergangenen Wochenende.
Ein mutiger Gedanke für einen Youngster, der gerade erst am Anfang seiner Karriere steht. Doch wie realistisch ist ein solcher Traum überhaupt? Und wann wäre der richtige Zeitpunkt für den Schritt zu den Königlichen?
Antworten darauf gab nun einer, der diesen Weg als eine Art Pionier gegangen war: Günter Netzer. Der mittlerweile 81-Jährige wechselte 1973 als erster Bundesliga-Profi zu Real Madrid und kennt die Mechanismen des Weltklubs aus eigener Erfahrung.
Seine Einschätzung gegenüber der "Bild" fiel nun betont nüchtern aus: "Das bestimmt nicht das Alter, sondern die Leistung, die man zuvor in seinem Klub gebracht hat. Den Wert für Real Madrid muss sich ein Spieler erst erwerben."
Netzer selbst kam mit großen Meriten nach Spanien – als Europameister von 1972 und mehrfacher Deutscher Meister mit Borussia Mönchengladbach. Für ihn ist klar, dass ein früher Wechsel nicht zwangsläufig der richtige ist.
"Ich wäre vermutlich in Italien gelandet, wenn sie dort nicht die Grenzen für ausländische Spieler geschlossen hätten. Ein Fußballer im mittleren Alter ist für einen Transfer zu Real besser geeignet als ein zu junger. Nehmen wir das Beispiel Mbappé. Er war zum Zeitpunkt seines Wechsels der begehrteste Spieler der Welt – und die Entwicklung war noch nicht abgeschlossen."
Netzer von Karls Gelassenheit beeindruckt
Dass Karl eines Tages in diese Kategorie fallen könnte, traut Netzer dem Teenager dabei durchaus zu. Sein Lob geht dabei über das rein Sportliche hinaus: "Er ist ein wunderbarer Fußballer und besitzt ganz offensichtlich auch charakterliche Fähigkeiten."
Besonders imponiert habe Netzer die Gelassenheit des 17-jährigen Teenagers in den vergangenen Monaten: "Soweit ich das beurteilen kann, lässt er sich durch den Trubel um seine Person nicht verrückt machen. Seine Aussage bei dieser Veranstaltung sehe ich positiv. Er hat nicht von einem schnellen Wechsel gesprochen, sondern von einem Traum. Ich finde, das Ziel Real darf man als junger Spieler durchaus haben."
Für den FC Bayern besteht derzeit wohl noch kein Grund zur Sorge. Karls Vertrag läuft bis 2028 und verlängert sich an seinem 18. Geburtstag am 22. Februar automatisch bis 2029.



























