Die NFL Playoffs stehen an. Doch wer sind die Favoriten und wer hat höchstens Außenseiterchancen? sport.de macht den Formcheck der 14 noch verbliebenen Teams im Power Ranking vor den Playoffs.
NFL: Power Ranking vor den Playoffs
Es war eine absolut chaotische Saison, doch deren Ende gab zumindest mal eine Richtung vor. Wir wissen in etwa, welche Teams derzeit die beste Form haben und wer eher zittern muss. Es gibt eine klare Spitzengruppe, wobei aber auch die Außenseiter nicht unbedingt diskussionswürdig sind.
14. Carolina Panthers (8-9, #4 NFC)
Die NFC South ist hier nur dabei, weil das Regelwerk das so will. Wirklich etwas zu suchen haben all die Teams dieser Division eigentlich nichts in den Playoffs - schon gar nicht zuhause! Die Panthers sind nur deshalb noch im Rennen, weil die Falcons, die seit Anfang Dezember raus sind, am Ende die Saints geschlagen haben, was diese ganze Sache absurd macht. Die Panthers gehen mit negativer Bilanz, negativer Punktedifferenz (-69) - was irgendwie die zweitschlechteste der NFC South war! - und der Tatsache in die Playoffs, dass sie zuletzt im Oktober mit mehr als drei Punkten Unterschied gewonnen haben und zuletzt 2021 als Favorit als Sieger vom Feld gingen.
13. Pittsburgh Steelers (10-7, #4 AFC)
Der Held ihres dramatischen Siegs im "AFC-North-Finale" spielt bei den Ravens (Kicker Tyler Loop). Sie selbst hatten also am Ende mehr Glück als alles andere. Sie selbst gehen mit der niedrigsten Punktedifferenz aller Teams außerhalb der NFC South (+10) ins Rennen und sieben ihrer zehn Siege waren One-Score Games, in denen sie ultimativ 7-3 waren. Die Offense ist mindestens mal sehr suspekt und wird vermutlich gegen eine Defense wie die Texans nicht funktionieren. Defensiv sah man zuletzt vielversprechend aus, aber auch dort fehlt die Konstanz.
12. Green Bay Packers (9-7-1, #7 NFC)
Die Packers waren vor nicht allzu langer Zeit mal der Topfavorit der NFC. Dann verloren sie zahlreiche Leistungsträger, darunter Superstar-Pass-Rusher Micah Parsons und Star-Tight-End Tucker Kraft. Mittlerweile ist dieses Team so dermaßen angeschlagen, dass man nicht mehr seriös beurteilen kann, zu was sie in der Lage sind. Der Pass Rush allerdings wird nicht auf magische Weise zurückkehren. Jordan Love schon, weshalb sie zumindest mal eine Chance haben werden gegen die Bears in Runde 1. Doch es muss viel richtig laufen, um länger in der Postseason zu verbleiben.
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11. Los Angeles Chargers (11-6, #7 AFC)
Die Chargers stellen eine der unangenehmsten Defenses der NFL dieser Tage. Sie covern sehr gut und verstehen es, Pressure zu erzeugen. Offensiv haben sie mit Justin Herbert einen der besten Quarterbacks im Feld und ein paar richtig gute Receiver an seiner Seite. Das Problem: ihre Offensive Line ist komplett zerschossen aufgrund zahlreicher Verletzungen, sodass Herbert, der sich auch deshalb die linke Hand gebrochen hat, unter Dauerbeschuss steht und kaum Luft zum Atmen hat. Dennoch trug er sein Team heroisch in die Playoffs. Doch gerade dort wird es wohl bessere Pass Protection brauchen.
10. San Francisco 49ers (12-5, #6 NFC)
Vielleicht ist Kyle Shanahan sogar der Coach of the Year für seine grandiose Leistung in dieser Saison. Trotz unglaublichem Verletzungspech war man am Ende nur ein - richtig schlechtes - Spiel vom Top-Seed und dem Heimrecht bis zum Heim-Super-Bowl entfernt. Doch ab einem gewissen Punkt muss man sich schon fragen, wie viele Schläge dieses Team noch verkraften kann. Nun wird mit Linebacker Tatum Bethune (Leiste) noch ein weiterer Leistungsträger wegbrechen. Immerhin wird Left Tackle Trent Williams zurückerwartet. Doch spätestens gegen Seattle wurde deutlich, dass den Niners die Substanz ausgeht und vor allem fehlt ohne Nick Bosa und heavy Blitzing die Durchschlagskraft an der defensiven Front. Das Duell zum Start gegen die Eagles wird ein absoluter Kracher, der aber in beide Richtungen gehen kann.
9. Chicago Bears (11-6, #2 NFC)
Wenn Caleb Williams aufdreht und Ben Johnson sein ganzes Können in die Waagschale wirft, dann ist diese Offense aktuell eine der besten der NFL. Speziell auch deshalb, weil man mit seinen zwei starken Backs ein sehr effizientes Laufspiel aufzieht. Fraglich ist eher, wie die Defense gegen die Top-Offenses dieser Liga klarkommt. Zuletzt gab es zwei Pleiten am Stück gegen richtig starke Offensiven. Das ist zumindest bedenklich.
8. Houston Texans (12-5, #5 AFC)
Die Texans stellten die zweitbeste Scoring Defense der NFL (nur die Seahawks waren drei Punkte besser), verfügen über einen monströsen Pass Rush und die Linebacker und Secondary sind ebenfalls absolut elitär aufgestellt. Gegen diese Defense will sicherlich niemand spielen. Offensiv gibt es derweil immer noch Fragezeichen, auch wenn diese zuletzt meist gut beantwortet wurden. C.J. Stroud spielt hinter einer starken Offensive Line und hat nach Bo Nix die wenigsten Sacks in diesem Jahr kassiert. Das Passspiel funktioniert und der Großteil der Playmaker ist fit. So gut standen die Texans länger nicht da zum Playoff-Start - auch wenn sie erstmals als Wild Card dabei sind.
7. Buffalo Bills (12-5, #6 AFC)
Ist dies das Jahr der Bills? Erstmals stehen ihnen nicht die Chiefs - oder Bengals - im Weg, was soll sie also stoppen? Josh Allen spielte eine weitere starke Saison und seine Offense läuft trotz der nicht ganz so großen Namen um ihn herum. Vor allem verfügen sie dank Rushing Leader James Cook auch über ein explosives Run Game, was im kalten Wetter ja durchaus helfen soll. Die Frage wird wie immer sein, ob die Defense mit Schwierigkeiten gegen den Run mithält und die Playmaker in der Offense auch dann noch ihre Leistung bringen, wenn es zählt. Zudem hat sich Head Coach Sean McDermott durchaus schon das eine oder andere Mal im Januar vercoacht ...
6. Philadelphia Eagles (11-6, #3 NFC)
Der Titelverteidiger würgte sich durch die Saison und das, obwohl man immer noch über einen der stärksten Kader der Liga verfügt. Vic Fangios Defense ist immer noch imposant und eine der Besten überhaupt. Die Offense verfügt trotz steter Probleme in der Offensive Line - Right Tackle Lane Johnson könnte rechtzeitig zurückkehren - weiter über enormes Potenzial, doch muss Offensive Coordinator Kevin Patullo nun wirklich endlich aufhören, sich selbst im Weg zu stehen mit seinem schnöden Play Calling.
5. Jacksonville Jaguars (13-4, #3 AFC)
Head Coach Liam Coen hat das Beste aus Trevor Lawrence herausgeholt und damit die Offense zu einer der explosivsten der Liga gemacht - nur drei Teams hatten 2025 mehr Punkte. Und da auch die Defense mindestens mal sehr unangenehm daherkommt und wenig zulässt, ist ein Playoff-Run durchaus drin für das Team aus #Duuuval - auch wenn die Auftakthürde Buffalo natürlich enorm hoch ist.
4. Denver Broncos (14-3, #1 AFC)
Sie sind der Top-Seed und haben eine Bye Week. Bis dahin dürfte sich dann auch Left Tackle Garrett Bolles von seiner in Woche 18 erlittenen Knöchelverletzung erholt haben. Und dann ist dies eines der gefährlichsten Teams der Liga. Sie haben den besten Pass Rush der NFL (68 Sacks), mit Pat Surtain einen der besten Shutdown-Corner der Liga und auch gegen den Run sind sie sehr gut aufgestellt. Das Fragezeichen ist jedoch die Offense. Bo Nix hat seine Momente, doch spielt man in der Regel sehr konservativ, weshalb Spiele nie wirklich eindeutig ausgehen. Folglich sind sie 11-2 in One-Score Games, was zumindest mal eine Red Flag für die Playoffs ist.
3. New England Patriots (14-3, #2 AFC)
Niemand hatte mehr Punkte als die Patriots (490) und nur die zwei NFC-West-Topteams haben eine bessere Punktedifferenz (+170) vorzuweisen. Drake Maye könnte der MVP sein und das Run Game erholte sich zuletzt merklich. Die Defense bleibt aber dennoch ein Fragezeichen, weil es kaum Pass Rush gibt, gegen den Run hat man sich jedoch deutlich stabilisiert. Die eigene Offensive Line ist ebenso ein Fragezeichen, wobei nun Left Tackle Will Campbell zurück ist, während Left Guard Jared Wilson fraglich bleibt. Spannend wird, ob der insgesamt schwache Spielplan letztlich doch die Bilanz geschönt hat oder doch keine große Rolle spielte.
2. Los Angeles Rams (12-5, #5 NFC)
Unterm Strich haben es sich die Rams selbst zuzuschreiben, dass sie nicht auf Rang 1 und nicht in der Bye Week sind. Das entscheidende Spiel gegen die Seahawks vor wenigen Wochen hätten sie absolut gewinnen müssen, ebenso das Spiel gegen die Falcons danach. Und früher in der Saison haben sie schon mal nach Führung Federn gelassen. Will sagen: sie sind zwar ein absolutes Top-Team und gehören vor allem offensiv zu den explosivsten und effizientesten Units der Liga. Matthew Stafford spielte seine wohl beste Saison und hat mit Puka Nacua und Davante Adams zwei Star-Receiver sowie ein sehr gutes Run Game und eben Sean McVay als Play Caller. Defensiv gibt es ebenso kaum bessere Units und sie haben den Vorteil, dass sie eben als 5-Seed zur NFC South reisen - obgleich sie in der Saison schon einmal in Charlotte verloren haben.
1. Seattle Seahawks (14-3, #1 NFC)
Der dominante Erfolg in San Francisco war beeindruckend. Sie haben die Offense der Niners komplett ausgehebelt und waren offensiv selbst zumindest gut genug. Sie führen die NFL mit einer Punktedifferenz von +191 klar an und haben ihre vergangenen sieben Spiele am Stück gewonnen. Ihre Offensive Line hält Sam Darnold den Rücken frei und er selbst hat seine starke Vorsaison bei den Vikings mit Nachdruck bestätigt. Er ist einer der besten Downfield-Passer, hat mit JSN den Receiving Leader an seiner Seite und das Run Game ist nun auch erwacht. Defensiv hat niemand weniger Punkte zugelassen als Seattle und nach DVOA hat man sogar die beste Defensiv-Saison der Franchise-Geschichte gespielt - in selbiger gab es mal die Legion of Boom ... Zudem: die Seahawks haben noch nie ein Divisional oder Championship Game vor heimischer Kulisse verloren. Und solche Spielen werden beziehungsweise würden auch in diesem Jahr im Lumen Field stattfinden ...









