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Kolumne der Tournee-Hoffnung

"Schrecksekunde": Hoffmann drohten "verheerende Folgen"

"Schrecksekunde" für Felix Hoffmann bei der Vierschanzentournee
"Schrecksekunde" für Felix Hoffmann bei der Vierschanzentournee
Foto: © IMAGO/Frank Hoermann/SVEN SIMON
05. Januar 2026, 13:55

Deutschlands Vierschanzentournee-Hoffnungsträger Felix Hoffmann zeigte auch in Innsbruck wieder eine gute Leistung, musste aber auch eine "Schrecksekunde" überstehen, wie er in seiner sport.de-Kolumne berichtet.

Man kann auch zu Schanzen eine enge, persönliche Bindung aufbauen; lange mochte ich die Schanze am Innsbrucker Bergisel nicht.

Mit der Anlage, die schon durch ihre Architektur mit dem gegenüberliegenden steilen Auslaufhang und ihre Gedrungenheit beeindruckt, wurde ich lange Zeit nicht warm, zudem hat man während des Flugs den Blick auf den Stadtfriedhof, der von vielen Medienvertretern, Funktionären und Athleten in Zusammenhang mit dem Sterben von Tournee- Favoriten auf dieser Schanze in Verbindung gebracht wird - quasi für jeden ein drohendes Damoklesschwert.

Nicht ganz unberechtigt wurde der Bergisel als deutscher Schicksalsberg betitelt, sind hier in der Vergangenheit doch oft deutsche Tourneeträume zerplatzt.

Aber zurück in die Gegenwart.

In den beiden Jahren habe ich mich mit der Schanze immer mehr angefreundet und mittlerweile springe ich gerne dort und es funktioniert. Die Stimmung war einmalig, viele deutsche Fans hatten den Sprung über die Grenze gewagt, um uns deutschen Adler auch hier unbedingte Unterstützung zu bieten. Als Springer ist man hierfür dankbar und gerade in Innsbruck tragen aufgrund der Lage im Kessel mit Gegenhang die Gesänge der Anhänger mehr als sonst wo in der Welt der Schanzen.

Das Wetter gab eine einmalige Kulisse: blauer Himmel, Sonnenschein - es war angerichtet.

Skispringen: Hoffmann-Hänger hätte "verheerende Folgen" haben können

Der erste Durchgang gelang mit einem guten Sprung, der vielleicht eine Idee besser hätte sein können, aber die Schlagdistanz nach vorne war gewahrt.

Doch dann kam tatsächlich die Schrecksekunde der Saison. Ich blieb beim Balkenloslassen im zweiten Durchgang mit dem Schuh hinten am Balken hängen und dies hätte natürlich delikat werden können.

In Sekundenbruchteilen huschten die Gedanken durch den Kopf: Hat die Bindung etwas abbekommen? Ist sie beschädigt, geöffnet, oder ist alles in Ordnung? Eine offene Bindung während des Flugs kann natürlich verheerende Folgen haben.

Ich drückte den Gedanken weg; es wird schon alles gut sein, Fokus auf den Sprung. Absprung gut, ich kam sofort ins Fliegen und setzte bei ordentlicher Weite den Telemark - im Auslauf berghoch Auspusten, alles gut gegangen.

Der Lohn war der fünfte Platz am Bergisel, über den ich wirklich glücklich bin. Das Podest ist nach wie in Reichweite und die Ergebnisse in Oberstdorf, Garmisch und Innsbruck ergeben eine klare Linie.

Nach dem Wettkampf ging es schnell zum Hotel; Duschen, Sachenpacken und dann zum Abendessen. Die Belohnung des Tages: ein Marillenknödel!

Danach steigen wir in die Mannschaftsbusse, treten die zweieinhalbstündige Fahrt nach Bischofshofen an: Einchecken ins neue Hotel. Ein Saunagang zum Abschluss und so endet ein Tag bei der Tournee.

Felix Hoffmann

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