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"Respektlos und dumm"

Hannawald wütet nach Vierschanzentournee-Knall

Findet deutliche Worte für die Schummelei im Skispringen: Sven Hannawald
Findet deutliche Worte für die Schummelei im Skispringen: Sven Hannawald
Foto: © IMAGO/Pressefoto Rudel/Nico Bauhof
05. Januar 2026, 11:41
sport.de
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Nicht nur bei der aktuell laufenden Vierschanzentournee schwelt die Betrugsdebatte im Skispringen weiter. Sven Hannawald findet einmal mehr deutliche Worte zu den Schummeleien in der Szene.

Den bei der Tournee nach zwei Disqualifikationen vom Wettbewerb ausgeschlossenen slowenischen Skispringer Timi Zajc kritisierte der 51-Jährige scharf. "Da habe ich zwei Worte für: respektlos und dumm! Das beschreibt genau das, was dieser Typ ist", polterte Hannawald im "Sport1"-Interview.

Zajc war zweimal wegen eines irregulären Anzugs vom Wettbewerb ausgeschlossen worden, beim Auftaktspringen in Oberstdorf verlor er sogar erst kurz vor der Siegerehrung seinen Podestplatz. Anschließend sorgte der 25-Jährige zudem mit einer spöttischen Reaktion bei in einer Instagram-Story für Wirbel.

"Ich weiß gar nicht, wie er denkt oder wie er aufgewachsen ist", sagte Hannawald. "Aber wenn ich sehe, dass er sich erst sogar noch lustig macht über das Reglement und sagt: Na gut, dann ziehe ich halt ein bisschen am Anzug. Da weiß ich gar nicht, was ich sagen soll."

Er warnte Zajc: "Am Ende des Tages soll er gerne so weitermachen, dann sieht er vielleicht im restlichen Weltcup-Programm noch drei, vier Wochenenden, weil er rechts und links immer seine Gelben und Roten Karten kriegt. Dann gibt es immer längere Sperren und dann kann er zu Hause bleiben."

"Bei solchen Beispielen fehlen mir echt die Worte", führte Hannawald aus. Zajc scheine "allgemein sehr kompliziert zu sein und in seiner eigenen Welt zu leben. Er hat es ja auch schon geschafft, einen Trainerwechsel in Slowenien zu provozieren".

Skispringen: Hannawald wütet nach "Socken-Gate"

"Fassungslos" zeigte sich Hannawald auch angesichts der Tatsache, dass Skispringerin Anna Odine Ström bei der Two Night Tour wegen einer zusätzlichen Sohle im Socken disqualifiziert wurde und Norwegens Team dies im Nachgang mit einem medizinischen Attest erklärte.

"Es mag sein, dass es bisher so funktioniert hat, auch zum Leidwesen vom Skispringen. Das ist traurig. Aber jetzt, wo man weiß, dass nach Trondheim und mit der neuen Saison jemand Neues da ist, der strikt durchzieht, kann es doch nicht sein", kritisierte Hannawald. "Wenn es von einem Sturz ist, kein Thema. Wenn der Arzt es vielleicht doch schon damals gesehen hat, dass das ein Problem ist, auch kein Thema. Aber dann geht man doch offiziell zur FIS und beantragt das, damit die Sohle nicht versteckt werden muss in den Socken, sondern normal im Schuh liegt."

Das "Verstecken" aber stört Hannawald: "Danach kannst du dir alle möglichen Ausreden einfallen lassen. Den Arzt kann ich anrufen und sagen: Guck mal, meine Springerin ist Mitte November gestürzt. Mach mir mal bitte ein Attest und datiere die Diagnose nachträglich so, dass es passt. Also wollen die uns alle verarschen? Was glauben die? Das sind die Dinge, die mich einfach wurmen in der heutigen Zeit."

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