Mit einem Fehlschuss von Rookie-Kicker Tyler Loop mit auslaufender Uhr haben die Pittsburgh Steelers das letzte Spiel der Regular Season 2025 26:24 gegen die Baltimore Ravens gewonnen und damit die AFC North gewonnen und den letzten Playoff-Platz der Conference gesichert.
Ravens @ Steelers: Auf einen Blick
- Beide Kicker vergaben wichtige Kicks in der Schlussphase des Spiels, doch der Fehlschuss von Rookie Tyler Loop sorgte unfreiwillig für die Entscheidung im Spiel.
- Aaron Rodgers steht mit diesem Sieg erstmals seit der Saison 2021 wieder in den Playoffs.
- Die Ravens scheiterten am Ende wohl vor allem an ihrem schwachen Pass Rush, während sie selbst von zwei schweren Fehlern der Steelers-Defense profitierten.
Ravens @ Steelers: Die Analyse
Die Ravens begannen fulminant mit einem 47-Yard-Run von Derrick Henry über die rechte Seite. Es ging dann zwar wieder etwas zurück wegen eines äußerst fraglichen Blind-Side-Blocks von Wide Receiver Zay Flowers, doch die Gäste hielten den Fuß auf dem Gas, liefen über Henry und Lamar Jackson via Zone Reads, und letztlich fand Jackson dann Wide Receiver Devontez Walker für einen 38-Yard-Touchdown-Pass zur Führung.
In der Folge taten sich beide Offenses schwer. Letztlich punteten beide nach kurzen Drives, ehe die Steelers bei einem erfolglosen Tush Push mit Tight End Connor Heyward under Center an der eigenen 45 gestoppt wurden. Die Ravens reagierten darauf jedoch lediglich mit einem 40-Yard-Field-Goal von Tyler Loop zum 10:0 im zweiten Viertel. Im Gegenzug verkürzte Pittsburgh durch ein 57-Yard-Field-Goal von Chris Boswell auf sieben Punkte. Und bis zur Pause marschierten die Steelers noch ein weiteres Mal bis an die 1-Yard-Linie. Mit nur noch zwei Sekunden zu spielen ging man auf Touchdown, doch Running Back Kenneth Gainwell wurde nach einem Toss-Play noch im Backfield von zwei Gegenspielern gestoppt. Pausenstand: 10:3 Ravens.
Nach dem Break öffneten die Steelers dann ihr Playbook und kehrten ab von den sturen kurzen Pässen. Sie begannen zu laufen, und Aaron Rodgers versuchte sogar ein paar tiefere Pässe – so auch beim 28-Yard-Pass auf Adam Thielen bis an die 11-Yard-Linie. Letztlich gelang Connor Heyward dann ein Touchdown-Run per Tush Push zum Ausgleich. Zuvor hatten die Ravens indes gleich zwei Safetys durch eine Kollision miteinander verloren. Alohi Gilman kam später zurück, Kyle Hamilton jedoch verpasste die zweite Hälfte mit einer Gehirnerschütterung.
Die Steelers bauten immer mehr Druck auf Jackson an der Line auf, und als Cam Heyward einen Jackson-Pass an der Line abfälschte, war schließlich T. J. Watt mit einer Interception zur Stelle. Mehr als ein 25-Yard-Field-Goal sprang aber auch danach nicht heraus. Und das sollte sich rächen, denn Mitte des vierten Viertels – nachdem den Ravens endlich mal wieder ein 1st Down durch einen 15-Yard-Pass auf Flowers gelungen war – windete sich Jackson aus einem fast sicheren Sack (Alex Highsmith hatte freie Bahn) und warf bei 3rd Down einen butterweichen 50-Yard-Touchdown-Pass auf Flowers, der von Linebacker Patrick Queen gecovert wurde. Ein Big Play aus dem Nichts und die erneute Führung für die Gäste.
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Dramatische Schlussphase in Pittsburgh
Die Antwort der Steelers: ein weiterer Touchdown-Drive, den Gainwell mit einem 2-Yard-Run vollendete. Auf dem Weg dahin feuerte Rodgers einen Laser über die Mitte zu Pat Freiermuth bei 3rd & Long. Den Rest besorgte das Run Game. Das Problem dabei war jedoch, dass die Steelers ihre letzten zwei Timeouts verschwendeten, weil es offenbar Probleme mit der Helmkommunikation bei Rodgers gab. Doch die Steelers führten 20:17 – mit weniger als vier Minuten zu spielen.
Nicht mal zwei Minuten später liefen die Ravens dann im Grunde das gleiche Play wie beim ersten Flowers-Touchdown, und erneut fand Jackson, dieses Mal nach Play-Fake, einen völlig offenen Flowers in der Mitte für einen 64-Yard-Touchdown-Pass. 24:20 Baltimore – mit 2:20 Minuten zu spielen. Die Steelers schüttelten sich kurz, Rodgers übernahm und verteilte den Ball mit hohem Tempo. Am Ende erwischte Rodgers dann einen ausrutschenden Cornerback Chidobe Awuzie und warf einen 26-Yard-Touchdown-Pass auf Calvin Austin, der auf einer Go-Route unterwegs war. Dann der Schocker: Boswell setzte den Extrapunkt rechts vorbei, sodass Pittsburgh nur zwei Punkte Vorsprung hatte – mit 55 Sekunden zu spielen und allen drei Timeouts.
Keaton Mitchell trug den anschließenden Kickoff über 42 Yards bis an die 48, und von dort ging Jackson an die Arbeit – mit noch 47 Sekunden zu spielen. Und bei 4th & 7 fand Jackson irgendwie Isaiah Likely mit einem Jump Ball über 26 Yards für ein neues 1st Down an der 24-Yard-Linie. Die Vorentscheidung? Mitnichten, denn Loop setzte den Field-Goal-Versuch aus 44 Yards ebenfalls rechts vorbei. Game over!
Die Steelers haben damit erstmals seit 2020 die AFC North gewonnen; die Ravens gingen leer aus. Die Steelers empfangen damit die Houston Texans im letzten Spiel der Wild Card Round in der Nacht zum Dienstag (2 Uhr, live bei RTL).
Baltimore Ravens (8-9) @ Pittsburgh Steelers (10-7)
Ergebnis: 24:26 (7:0, 3:3, 0:10, 14:13) BOXSCORE
Ravens @ Steelers: Die wichtigsten Statistiken
- Henry hat mit diesem Spiel seine zweite Saison mit mindestens 1500 Rushing Yards und 15 Rushing Touchdowns perfekt gemacht. Er ist damit der einzige Spieler, der es überhaupt mit 30 Jahren oder älter geschafft hat.
- Watt ist nun neben Hall-of-Famer Julius Peppers der einzige Spieler in der Geschichte der NFL mit mindestens 100 Sacks und mindestens 9 Interceptions.
- Für Boswell war es der erste vergebene Extrapunkt dieser Saison und der erste seit vier Jahren.
Der Star des Spiels: Aaron Rodgers (Quarterback, Steelers)
Es war nicht immer gut, es war nicht immer sattelfest, doch als es zählte, war Rodgers da und fand immer die offenen Receiver. Die Krönung war dann der Touchdown-Pass auf Austin zur Vorentscheidung. Ob er in der kommenden Saison zurückkehrt, ist offen, doch am kommenden Montag spielt er ein Wild Card Game vor heimischer Kulisse! Sein erstes Playoff-Spiel seit der Saison 2021.
Der Flop des Spiels: Defensive Front (Ravens)
Am Ende gelangen zwar zwei Sacks gegen Rodgers, aber weit aus viel mehr gelang den Ravens nicht, um Rodgers gerade in der zweiten Hälfte sonderlich aus der Ruhe zu bringen. Der mangelnde Pass Rush war ein enormes Problem für eine Defense, die hinter der Line verletzungsbedingt immer weiter auseinanderbrach.
Analyse: Ravens @ Steelers - das fiel taktisch auf
- Die Ravens begannen vielversprechend und attackierten die Steelers auf dem Boden, mixten zudem Zone-Reads ein. Doch das alles funktionierte nur im ersten Drive. Anschließend liefen sie immer wieder in die massive Front der Steelers, in der die Interior-Linemen Two-Gap-Assignments annahmen und sehr diszipliniert spielten.
- Die Steelers begannen offensiv wie üblich: mit vielen kurzen Pässen, die häufig nicht mal an die Line of Scrimmage gingen. Das Ziel war klar: Yards nach dem Catch zu sammeln. Anfangs coverten die Gäste das noch gut in den Flats, später ließen sie dann mehr durchrutschen. Das Run Game wiederum vernachlässigten die Steelers vor der Pause regelrecht.
- Nach dem Break wurden sie jedoch mutiger und Rodgers versuchte auch mal tiefere Pässe, zudem gab es dann auch mehr Raum fürs Run Game.
- Bemerkenswert war, dass beide kaum blitzten, was dazu führte, dass gerade die Ravens ihre Mühe hatten, überhaupt Pressures zu erzeugen, da Rodgers den Ball eben weiterhin schnell loswurde.
- Das Home-Run-Play der Ravens mit Flowers basierte jeweils auf einer Bunch-Formation, bei der Walker den Cornerback auf einer Go-Route aus dem Spiel nahm, während Flowers einen Deep Crosser lief. Während beim ersten Mal noch Queen notgedrungen mitging, aber keine Chance hatte, war beim zweiten Mal einfach niemand bei mehr in der Mitte.







