Wildes Auftaktspringen bei der 74. Vierschanzentournee: Der slowenische Skispringer Timi Zajc verliert wegen eines regelwidrigen Anzugs seinen Podestplatz an Felix Hoffmann. Die deutschen Experten haben eine klare Meinung zu dem Vorfall.
"Ich find's gut. Das setzt ein Zeichen", sagte der sechsmalige Weltmeister Markus Eisenbichler bei "Eurosport".
Der 34-Jährige erklärte mit Blick auf die Anzugkontrollen bei Zajc: "Beim FIS-Maß muss zu Beginn der Saison die Beinlänge vom Schrittkreuz bis nach unten eine gewisse Länge haben. Sie haben es bestimmt zwei oder drei Mal gemessen."
Der langjährige Skisprung-Bundestrainer Werner Schuster bezeichnete die Entscheidung als "sehr krass" aus Sicht von Zajc. "Was das für ein Wechselbad der Gefühle ist: Der war schon bei der Flower Ceremony, Platz zwei angekündigt, gibt die Interviews und jetzt ist die Tournee im Arsch, wenn ich das auf Bairisch sagen darf."
Der Anzug Zajcs war im Schritt drei Millimeter zu groß, wie FIS-Chefkontrolleur Mathias Hafele mitteilte. "Das ist nicht viel, aber zu viel", sagte Hafele: "Regel ist Regel."
Skispringen: "Natürlich geht man immer ans Limit"
"Er hat die Vorkontrolle bestanden, sonst hätte der Anzug gar nicht gechippt werden dürfen", sagte Eisenbichlers und Schusters Expertenkollege Martin Schmitt, "aber es ist immer die Frage, wie viel er danach noch gedehnt wird. Heute war es ein bisschen kälter. Stoff ist dehnbar und natürlich geht man immer ans Limit."
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Drei Millimeter seien natürlich "eine harte Entscheidung, aber so sind die Regeln", führte Schmitt aus. Der 47-Jährige betonte: "Es wurde vorher angekündigt, dass genau kontrolliert wird. Und das wollten wir auch alle. Also muss man auch konsequent sein. Trotzdem tut es mir für Timi leid."
"ARD"-Experte Sven Hannawald begrüßte die Entscheidung gegen Zajc rund zehn Monate nach dem Anzugskandal um die Norweger bei der WM: "Ich möchte keine Sieger, die bescheißen. Dementsprechend: Auf Wiedersehen!"
Auch Zajc selbst meldete sich via Instagram zu Wort. "Lasst uns den Anzug ein bisschen stretchen, vielleicht ist dann in Ga-Pa alles okay", schrieb der 25-Jährige mit Blick auf das Neujahrsspringen in Garmisch-Partenkirchen und eine Menge Galgenhumor.



