Magnus Carlsen hat seinen Ausnahmestatus einmal mehr eindrucksvoll unter Beweis gestellt und sich am Sonntag zum sechsten Mal zum Schnellschach-Weltmeister gekürt. Dank seiner Kontrahenten hatte der Norweger am Ende leichtes Spiel.
Neun Siege, drei Remis, nur eine Niederlage und am Ende mehr Punkte als jemals zuvor: Magnus Carlsen hat sich am Sonntag in überzeugender Manier zum sechsten Mal zum Schnellschach-Weltmeister gekürt. Der Norweger beendete das Turnier in Doha mit 10,5 Punkten und erreichte damit einen neuen persönlichen Bestwert bei dem Event, das er zuvor schon 2014, 2015, 2019, 2022 und 2023 gewonnen hatte.
Mit jeweils 9,5 Punkten landeten Vladislav Artemiev, Arjun Erigaisi, Hans Niemann und Leinier Dominguez Perez auf den weiteren Plätzen. Für seinen Sieg kassierte Carlsen neben der Trophäe ein Preisgeld in Höhe von 70.000 Euro.
Deutschlands Schach-Star Vincent Keymer landete mit 8,0 Punkten auf dem 50. Platz, Alexander Donchenko (7,5) musste sich mit Rang 74 zufrieden geben, Rasmus Svane (5,5) mit Platz 177 und Florian Grafl (5,5) mit Platz 194.
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Carlsen hat nach Remis-Flut leichtes Spiel
Die ganz großen Emotionen kamen bei Carlsen nach seinem Sieg nicht auf. Der Norweger hatte den Titel nach einem überragenden Schlusstag schon vor seiner letzten Partie so gut wie sicher, in der ihm schon ein Remis zum Turniersieg reichte. Selbst bei einer Niederlage hatte er den Einzug in den Tie-Break sicher gehabt.
Grund dafür waren unter anderem seine Verfolger, die sich in vielen Partien mit einem Remis zufrieden gaben. Dadurch zog Carlsen Runde für Runde davon. Einen Vorwurf wollte er seinen Gegner dafür allerdings nicht machen.
"Ein wirklich großer Vorteil ist, dass ich für den ersten Platz spiele. Ich denke, dass hier viele Spieler sind, wahrscheinlich sogar die Mehrheit, die eine gute Summe Preisgeld und vielleicht eine Medaille gewinnen wollen. Das Preisgeld ist für sie das wichtigste, während es für mich anders ist. Das ist ein psychologischer Vorteil und manchmal der Grund, warum ich davonziehen kann", analysierte er nach seinem Sieg.
Der Norweger stimmte zudem zu, dass der Schlusstag "nicht sehr dramatisch" war - auch für ihn selbst nicht. "Ich sitze hier nicht voller Emotionen oder Erleichterung. Ich denke mir eher, ich habe meinen Job gut gemacht", erklärte der Superstar, der bei der am Montag beginnenden Blitz-WM schon seinen nächsten Titel ins Visier nimmt.


