Die Blitzschach-WM 2024 stand ganz im Zeichen des "Jeans-Gate" um Schach-Superstar Magnus Carlsen. Anstatt dem Norweger eine Geldstrafe aufzubrummen, veränderte der Weltverband FIDE mal eben die Regeln und erlaubte das Tragen von Jeans am Brett. Einem Konkurrenten des 35-Jährigen geht das gegen den Strich.
"Ich habe kein Problem mit der Kleiderordnung", eröffnete Johan-Sebastian Christiansen seine Kritik am Weltverband in Bezug auf den Umgang mit seinem norwegischen Landsmann beim TV-Sender "NRK": "Aber es ist klar, dass die Regeln nur wegen einer Person geändert werden. Es besteht kein Zweifel, dass die FIDE immer genau das tut, was Magnus will."
Im vergangenen Jahr hatte Carlsen bei der Schnellschach-WM für einen Eklat gesorgt, als er in einer Jeans ans Brett treten wollte. Die FIDE verdonnerte ihn deswegen zu einer Geldstrafe von 200 US-Dollar und stellte Carlsen ein Ultimatum. Daraufhin kündigte der 35-Jährige seinen Rückzug an, er wolle lieber irgendwohin reisen, "wo das Wetter schöner ist als hier".
Anschließend knickte die FIDE ein und änderte kurzerhand die Kleidervorschriften bei dem Turnier, das in diesem Jahr in Doha stattfindet. "Carlsen hätte sagen können, dass er nur mitmacht, wenn er Pyjama-Hosen tragen darf, und dann macht FIDE das so", legt Christiansen, der ebenfalls bei der Blitzschach-WM in Doha teilnimmt, frustriert nach.
Schach: FIDE reagiert auf Vorwürfe von Christiansen
Der 27-Jährige ist der Meinung, dass sich die Teilnehmer einer Weltmeisterschaft "schick anziehen" sollten, da "es eine Fernsehübertragung gibt und auch viele Sponsoren dabei sind." Auf den Vorwurf, die FIDE habe nur aus Sorge gehandelt, den norwegischen Superstar durch die strikte Kleiderordnung zu verärgern, weist Präsident Arkadij Dvorkovitsj aber zurück.
"Wir haben diese Dinge nur für diese Veranstaltung jetzt zu Papier gebracht. Bereits in Samarkand beim Grand Swiss war es liberaler oder flexibler", erklärte der Russe: "Und es ist gut, dass wir selbst in einem relativ konservativen Land diesen guten Kompromiss gefunden haben, eine gute Möglichkeit, dies zu tun. Ich bin also zufrieden damit."
Die Änderung sei viel mehr nötig gewesen, um die "Schachwelt attraktiver und besser zu machen". Die Blitzschach-WM 2025 begann mit den ersten Partien am 2. Weihnachtsfeiertag. Die Titelkämpfe in Doha finden am 30. Dezember mit der Closing Ceremony ihr Ende.
