Lando Norris feiert in Abu Dhabi seinen Premierentitel in der Formel 1. Dabei widersetzte sich der Brite einer klaren Anweisung von McLaren. Das steckt dahinter.
Formel-1-Champion Lando Norris hat bei seinem Renningenieur Will Joseph Schrecksekunden ausgelöst. Und das unmittelbar nach dem WM-Triumph in Abu Dhabi.
Als Norris seinen MCL39 über die Start-Ziel-Gerade brachte, drehte der Weltmeister ganz Champion-like vor den Fans ein paar Donuts. Das kennt man auch von den früheren Gewinnern Max Verstappen, Lewis Hamilton oder einst auch Sebastian Vettel. Der Freundentanz der Autos.
In einem Interview räumte der frisch gebackene Weltmeister ein, dass er die klare Order hatte, die Donuts zu unterlassen.
"Will hat mir gesagt, ich soll keine Donuts machen. Und ich dachte mir: 'Gott, darf ich nun Donuts machen oder nicht? Ich muss es tun. Das ist eine einmalige Gelegenheit in meinem Leben, Donuts zu machen. Ich muss es tun'", erklärte Norris im Interview mit "F1"-Reporter Lawrence Barretto.
Prompt löste dies schlechtes Gewissen bei dem 26-Jährigen aus. "Ich habe mich ziemlich schlecht gefühlt, weil er mir gesagt hat, ich solle es nicht tun. Und ich dachte mir, es kommt nicht oft vor, dass ich nicht auf Will höre. Ich habe mich schlecht gefühlt, dass ich es getan habe."
Warum sollte Norris keine Donuts drehen?
Seitens des Kommandostands wurde kein genauer Grund für das Verbot erläutert. Vermutlich geschah es aus Sorge vor einer weiteren FIA-Strafe. An sich verboten sind Donuts nach einem Rennen und ohne Gefährdung anderer nämlich nicht.
Aber: Nach einem Rennen werden die Autos genau untersucht. Womöglich wollte das Team verhindern, dass durch die Donuts der Rennen unter das Mindestgewicht fällt.
Erst in Las Vegas war der Rennstall durch die FIA nachträglich bestraft und beide Fahrer disqualifiziert worden. Grund dafür war der zu stark abgenutzte Unterboden am Wagen.
Diesmal aber passte alles, die McLaren-Wagen fielen nicht durch die Prüfung - McLaren und Norris konnten weiterfeiern.


