Für die meisten Athletinnen und Athleten sind Weltrekorde etwas Unerreichbares oder Einmaliges. Für Stabhochsprung-Legende Armand Duplantis sind sie an der Tagesordnung. 2025 stellte der Schwede gleich vier neue Bestmarken auf. Dabei fühlte er sich vor einem dieser Sprünge überhaupt nicht gut.
Am 15. Juni diesen Jahres stellte Armand Duplantis mal wieder einen neuen Stabhochsprung-Weltrekord auf. Gleich aus zwei Gründen war dies selbst für den schwedischen Überflieger besonders. Grund Nummer eins: Zum ersten Mal sprang er einen neuen Weltrekord in seiner Heimat, bei einem Meeting in Stockholm. Grund Nummer zwei: Der Superstar fühlte sich an diesem Tag außerordentlich schlecht.
"Ich habe mich an dem Tag nicht gut gefühlt und hatte Probleme mit meinem Magen", schilderte Duplantis dem Sender "SVT". Zurückblickend, ergänzte er, sei er vielleicht einfach nur "etwas nervös" gewesen. "Vielleicht habe ich mich deswegen schlecht gefühlt. Ich musste während des Wettkampfs mehrmals auf die Toilette." Mit einem Weltrekord habe er daher gar nicht gerechnet.
Am Ende kam es allerdings wie so oft in seiner Karriere: Duplantis überflog 6,28 Meter und sprang damit so hoch wie niemand vor ihm. Bis zum Ende des Jahres schraubte er den Weltrekord noch zwei weitere Male in die Höhe, auf jetzt 6,30 Meter.
Warum Duplantis den Weltrekord nur um einen Zentimeter verbessert
14 Weltrekorde hat Duplantis im Laufe seiner Karriere nun schon aufgestellt. Es sind auch deshalb so viele, weil er die bestehende Bestmarke immer "nur" um einen Zentimeter verbessert. Warum er so vorgeht, hat er bereits vor einigen Wochen verraten.
"Diese Ein-Zentimeter-Sache ... man bekommt den Bonus, bekommt das Geld. Das ist nicht komplett unwahr. Das ist natürlich ein Faktor", gab der Superstar im "L'Équipe"-Interview zu. Allerdings sei der finanzielle Anreiz nur ein kleiner Teil der Wahrheit.
Duplantis: Fans wollen "einfach nur einen Rekord sehen"
"Ich denke, einen Weltrekord zu brechen, ist etwas, das ich den Menschen geben kann. Ich kann diesen Moment mit ihnen und dem Stadion teilen. Und oft interessiert es sie auch gar nicht, um wie viel der Weltrekord verbessert wird. Sie wollen einfach nur einen Rekord sehen. Etwas, das vorher noch nie gemacht wurde. Selbst, wenn es nur ein Zentimeter ist", erklärte der schwedische Ausnahmekönner.
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Hinzu kommt: Die Weltrekord-Höhe ist für ihn vor allem auch eine sportliche Herausforderung, von der er vorher gar nicht weiß, ob er sie überhaupt meistern kann.
"Ich trainiere diesen Höhen nicht"
"Ich springe diese Höhen zum ersten Mal in meinem Leben. Ich trainiere diese Höhen nicht. Im Training springe ich 20 Zentimeter weniger. Es ist eine falsche Annahme, dass ich im Training 6,40 Meter springe, dann zu einem Meeting gehe und nur 6,30 Meter springe, um das Geld zu bekommen. Das stimmt nicht", stellte "Mondo" unmissverständlich klar.
Duplantis weiter: "Bei vielen meiner Weltrekorde hätte ich wahrscheinlich nicht ein Zentimeter höher springen können. Da habe ich es gerade eben so geschafft."
Manchmal habe er bei seinen Weltrekordversuchen zwar auch "gute Sprünge" gehabt, bei denen noch Platz bis zur Latte war. Aber "am Tag selbst weiß ich nicht, was ich schaffen kann", so Duplantis, der das Ergebnis eines Weltrekordversuchs als "unvorhersehbar" bezeichnete.


