Sind ehemalige Profis zu reich, um einen Chefposten beim FC Bayern antreten zu wollen? Eine entsprechende These von Ehrenpräsident Uli Hoeneß sorgt bei Ex-CEO Oliver Kahn für Verwunderung.
"Ich will jetzt nicht über jedes Stöckchen von Uli Hoeneß springen, aber jeder, der 60 Millionen auf dem Konto als ehemaliger Spieler hat, der arbeitet nix mehr? Aber was ist das für eine Beziehung zwischen einem Kontostand und Motivation, der da hergestellt wird", sagte der Kahn in der "Sky"-Sendung "Triple – der Hagedorn-Fußballtalk".
Hoeneß hatte im "OMR Podcast" gesagt, dass idealerweise an der Spitze des FC Bayern bald wieder jemand stehen solle, "der selbst gespielt hat. Aber da ist ein kleiner Denkfehler bei mir passiert."
Top-Spieler hätten heutzutage nach zehn Jahren Profikarriere "60, 70 Millionen auf der Bank. Die haben nicht den Druck, unbedingt arbeiten zu müssen, um den Wohlstand ihrer Familie zu erhalten - und das ist das größte Problem".
Er selbst habe genau diesen Druck gespürt und deshalb nach Ende seiner aktiven Laufbahn als Manager beim FC Bayern jahrelang hart gearbeitet, so Hoeneß.
Keine Motivation mehr für Job beim FC Bayern? Oliver Kahn widerspricht
Denselben Ehrgeiz bezweifelt der 73-Jährige bei der heutigen Generation der Topspieler: Sechs Tage die Woche arbeiten, jeweils zwölf Stunden - "das haben die alle nicht drauf, die meisten nicht. Und deswegen ist es schwierig, heutzutage einen zu finden, der zehn Jahre Topspieler war und dann diesen Topjob annimmt für viel weniger Geld."
Nach Kahns Ansicht ist Hoeneß' Aussage zu pauschal. "Ich glaube, es geht doch eher um Anspruch. Und ich glaube, jeder, der mal ein Topspieler war, der hat doch weiterhin auch einen hohen Anspruch", sagte der frühere Torwart-"Titan": "Viele, mit denen ich spreche, haben da große Motivation, auch da was zu reißen. Deswegen verstehe ich da die Verbindung nicht zwischen Kontostand und eigener Motivation."





























