Der VfB Stuttgart musste am Donnerstag in der Europa League ohne den harten Kern seiner Anhänger auskommen. Nach einem Vorfall mit örtlichen Sicherheitskräften boykottierte die aktive Fanszene die Partie bei den Go Ahead Eagles (4:0).
Wie der VfB Stuttgart am Abend bestätigte, wurde vor der Europapokal-Partie gegen Teile der VfB-Fans ein Betretungsverbot für die Stadt Deventer ausgesprochen.
Konkret ging es dabei um die Insassen von drei Fan-Bussen, die am Donnerstag die weite Reise in die Niederlande auf sich genommen hatten. Als Grund für den Ausschluss gaben die örtlichen Behörden an, die Gäste aus Stuttgart seien am Treffpunkt in Deventer aggressiv gegenüber der Polizei aufgetreten.
Andere VfB-Fans, die von der Maßnahme nicht betroffen waren, traten nach Klubangaben daraufhin aus Solidarität ebenfalls die Heimreise an.
Vorstandschef Alexander Wehrle kritisierte die Maßnahme als völlig überzogen. Er sei "schockiert" vom "völlig unverhältnismäßigen" Vorgehen der Polizei, sagte der Klub-Boss bei RTL. "So etwas habe ich noch nie erlebt." Das werde man sich nicht gefallen lassen. Man habe sich umgehend bei der UEFA beschwert.
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VfB Stuttgart aktuell kein Einzelfall
"Was mich wirklich schockiert, ist, wenn du heute in Europa aus einem Bus aussteigst und zur Begrüßung erst mal einen Knüppel ins Genick bekommst", schimpfte VfB-Boss Wehrle zur Pause der Partie bei RTL. "Wo sind wir denn?"
Neben dem Vorstandsvorsitzenden hatten sich auch Präsidiumsmitglieder aus Stuttgart am Donnerstag unter die Fans gemischt. Ein aggressives Auftreten der Anhänger habe niemand aus der Delegation wahrgenommen, hieß es.
Der Direktor der Go Ahead Eagles, Jan Willem van Dop, sagte, dass es zu dem Polizeieinsatz gekommen sei, weil in den Bussen Fans ohne Tickets gesessen hätten, berichtete die Zeitung "De Stentor". Menschen ohne Tickets sollten aber nicht zum Stadion kommen. "Regeln sind Regeln und das wird hier gut gelöst", sagte er.
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Aus Sorge vor Ausschreitungen hatte der Bürgermeister von Deventer, Ron König, am Nachmittag bereits für die Stuttgarter Fans ein Betretungsverbot für die Innenstadt erlassen. Der Grund sei, dass nach Informationen der Polizei eine ernsthafte Störung der öffentlichen Sicherheit drohe.
"Unser Ausgangspunkt ist, dass wir die Europa-League-Spiele in Deventer auf gastfreundliche, gemütliche und sichere Weise organisieren wollen", erklärte der Bürgermeister. "Nun zeigt sich jedoch, dass einige Leute ganz andere Vorstellungen davon haben."
Der Ausschluss von Gästefans bei internationalen Spielen ist zuletzt zu einem traurigen Regelfall geworden. In der Champions League musste Eintracht Frankfurt die Partie in Neapel jüngst ohne Anhang bestreiten. In England schlossen die Behörden in Birmingham die Besucher aus Tel Aviv vom Spiel gegen Aston Villa aus.















































