Bei den zurückliegenden Players-Championship Finals lieferten sich Luke Littler und Ricardo Pietreczko über zehn Legs hinweg einen packenden Fight, ehe der Darts-Weltmeister sein ganzes Können ans Oche zauberte. Vorausgegangen waren ein paar Worte des 31-Jährigen an den Engländer, der diese offenbar missverstanden hatte.
"Als ich zum 5:5 ausgeglichen habe, kam er zu mir und sagte: 'Ich wollte eigentlich nur ein Leg gewinnen und jetzt habe ich sogar fünf gewonnen'", erzählte "The Nuke" nach der Partie: "Ich habe nur zu mir selbst gesagt: Warum sagt er sowas in diesem Moment?" Anschließend habe er sich vorgenommen: "Das wirst du jetzt zu spüren bekommen. Dieses Spiel werde ich auf jeden Fall gewinnen und so ist es ja auch gekommen."
Ein "Psychotrick", um in den Kopf des Darts-Überfliegers zu kommen? "Ich glaube, das wurde von den Medien größer wieder größer gemacht, als es überhaupt war", erklärte der gebürtige Berliner in einer Presserunde: "Wir waren locker miteinander, wir hatten Spaß auf und hinter der Bühne. Dann habe ich halt in der zweiten Pause sowas gesagt wie: 'Oh, ich bin froh, dass ich die zweite Pause überlebt habe'".
Darts: Luke Littler "ein bisschen arrogant"
Eine Aussage, die "ein bisschen spaßig gemeint war, so wie ich halt bin", fuhr er fort: "Das hat Luke Littler halt irgendwie anders aufgefasst." Der 18-Jährige antwortete auf seine eigene Art und Weise, ließ dem Deutschen in der Folge kaum eine Chance. Auch etwas "Show und Prahlerei" baute er anschließend in sein Spiel ein. Umgehend wurden gegen Littler erneute Arroganz-Vorwürfe laut.
"Ich bleibe dabei, für mich ist es ein bisschen arrogant, wie er rüberkommt, ja", reagierte Pietreczko: "Aber ich glaube, so wie er spielt, kann er sich das auch manchmal erlauben." Insbesondere ein 121er Finish über T7 und zweimal das Bulls Eye wurde im Anschluss an die Partie heftig diskutiert. Die Nummer 33 der Order of Merit nimmt es gelassen.
"Natürlich hat man auch diese 121 anders spielen können. Aber ich muss sagen, in dem Moment habe ich es gefeiert. Ich finde, da hat er mir halt auch mal gezeigt: 'Ich bin hier der Chef’' Ich habe es locker genommen und fand den Weg tatsächlich so gar nicht schlecht. Das kann man jetzt sehen, wie man will. Aber ich fand es in dem Moment in Ordnung", erklärte Pietreczko.

