Lewis Hamilton steckt mit seinem Ferrari weiter tief in der Krise, kommt seinem neuen Auto einfach nicht auf Touren. Beim Qualifying für das Sprintrennen in Spa-Francorchamps (Samstag ab 11:30 Uhr live bei RTL) erlebte der 40-Jährige nun den nächsten Tiefpunkt einer bislang ernüchternden Saison: Nach einem folgenschweren Dreher in der entscheidenden Runde landete der Brite nur auf Startplatz 18 – ein sportliches Desaster auf der Ardennen-Achterbahn.
"Im Moment bin ich einfach grenzenlos frustriert", erklärte Lewis Hamilton enttäuscht. Der Routinier ist über viele Jahre für seine Zuverlässigkeit und konstante Fahrweise bekannt gewesen. Solch ein kapitaler Patzer in Spa – auf einer seiner Lieblingsstrecken – war für den siebenmaligen Champion in den Ardennen Neuland, wie er selbst beteuerte: "Sowas ist mir hier in meiner ganzen Karriere noch nicht passiert", gestand er sichtlich geknickt. In einer der schnellen Links-Kurven drehte sich sein Ferrari, rutschte von der Strecke – und mit ihm der Traum von einem starken Sprint-Ergebnis.
Besonders bitter: Ferrari hatte für das Wochenende große Hoffnungen geschürt. Mit einer neu entwickelten Hinterradaufhängung wollte das Team endlich die Probleme in den Griff bekommen, die das aktuelle Auto so schwer zu fahren machen. Die neuen Teile sollten Stabilität und mehr Traktion bringen – vor allem in den schnellen Kurvenabschnitten. Doch bei Hamilton verpuffte das Upgrade wirkungslos, der Brite wird mehr und mehr zum Sorgenkind der Roten.
Der Brite startet am Samstagmittag vom hinteren Ende des Feldes ins 100 Kilometer kurze Sprintrennen – Chancen auf WM-Punkte? Nahezu null.
In der Fahrerwertung hinter Ferrari-Teamkollege Leclerc
In der Fahrerwertung sieht es sowieso alles andere als rosig aus. Hamilton liegt zur Saisonhalbzeit nur auf dem sechsten Platz – weit entfernt von der Spitze und sogar hinter seinem Teamkollegen Charles Leclerc, der als Fünfter bereits 16 Punkte mehr auf dem Konto hat. Vom großen Ziel, als erster Fahrer der Geschichte acht Weltmeistertitel zu holen, ist der Rekordchampion meilenweit entfernt.
Der bislang einzige größere Lichtblick der Saison: der Sieg im Sprint von Shanghai. Doch seitdem häufen sich die Enttäuschungen. Der Wechsel von Mercedes zu Ferrari – ursprünglich als Befreiungsschlag und letzte große Herausforderung gedacht – entwickelt sich immer mehr zum Fiasko. Der Mythos Ferrari, der für viele Piloten als Traumziel gilt, droht für Hamilton zum Albtraum zu werden.



