Beim ersten Einzelzeitfahren der Tour de France hat Radsport-Star Jonas Vingegaard am Mittwoch ein Debakel erlebt. In seiner dänischen Heimat ist der Schock groß. Einen Erklärungsansatz liefert ausgerechnet sein großer Rivale Tadej Pogacar.
Es sollte der erste echte Zweikampf der diesjährigen Tour de France zwischen Tadej Pogacar und Jonas Vingegaard werden. Doch das 33 Kilometer lange Einzelzeitfahren in Caen wurde zu einer denkwürdigen Abreibung für den dänischen Hoffnungsträger.
Schwer geschlagen überrollte Vingegaard als 13. die Ziellinie, sein Rückstand auf Pogacar betrug über eine Minute. Auf Tagessieger Remco Evenepoel verlor der 28-Jährige sogar noch mehr Zeit.
"Vingegaard von Pogacar platt gemacht", schrieb das Boulevardblatt "B.T." in Dänemark, die Tageszeitung "Berlingske" sprach von einem "schweren Schlag". Und bei "Ekstrabladet" hieß es: "Vingegaard zertrümmert!"
Sein Landsmann Bjarne Riis ahnte schon beim Betrachten der ersten Live-Bilder, dass Vingegaard eine schwere Niederlage drohen könnte.
Vingegaard muss bei der Tour de France angreifen
"Er bewegt sich alle fünf Sekunden im Sattel. Er sitzt und springt und hat ein Kraftproblem. Es könnte ein schlechter Tag sein. Etwas, das seinen Rücken belastet, eine schlechte Position", sagte der ehemalige Tour-Sieger.
Pogacar glaubt hingegen, dass er auf dem flachen Parkour ganz grundsätzlich einen Vorteil gegen seinen Widersacher hat. "Er ist der Leichteste von uns Dreien, daher ist es vielleicht nicht die beste Art von Zeitfahren für ihn", sagte Pogacar mit Blick auf ihn selbst und Spezialist Remco Evenepoel.
Von einer Vorentscheidung wollte der Vorjahressieger aber noch nichts wissen: "Man kann keinen Fahrer der Gesamtwertung abschreiben, und ich behalte jeden im Auge. Aber ich denke, Jonas wird sich am meisten anstrengen und ist der Hungrigste."
In der Gesamtwertung liegt Vingegaard nun schon 1:13 Minuten hinter Pogacar. In den Bergen muss der Herausforderer nun zwingend angreifen. Zuletzt wirkte Pogacar aber auch dort praktisch unverwundbar.





