Niemand vermag der besten Hammerwerferin der Welt das Wasser zu reichen. Verschiebungen sind im letzten Durchgang nicht mehr drin. Zum Abschluss verbessert sich Alexandra Tavernier auf 74,78 Meter, steigert den französischen Rekord nochmals und freut sich darüber natürlich. Mehr als vier Meter weiter aber hat die alte und neue Europameisterin geworfen. Gold für Polen! Bronze auch, denn den dritten Rang sichert sich Joanna Fiodorowa.
In ihrem letzten großen Wettkampf mag Kathrin Klaas der sechste Versuch nicht gelingen. Der ist ungültig. Damit bleibt die Deutsche mit sehr guten 71,50 Metern Siebte und darf zufrieden sein.
Anita Włodarczyk steigert sich mit jedem Versuch. Jetzt stellt die Polin mit 78,94 Metern einen neuen Championatsrekord auf. Zweite ist Alexandra Tavernier mit nach wie vor 74,78 Metern. Dann folgen zwei weitere Polinnen. Kathrin Klaas zeigt dann bereits ihren fünften Versuch und steigert ihr persönliche Saisonbestleistung nochmals auf 71,50 Meter. Dennoch reicht das nach wie vor lediglich zu Rang sieben.
Im dritten Versuch schleudert Anita Włodarczyk den Hammer auf 77,82 Meter. Wer soll diese Polin schlagen? Darüber hinaus ist es nun Realität. Kathrin Klaas ist bei den besten Acht dabei und darf den Wettbewerb fortsetzen. Dagegen scheidet Hanna Malyshik aus Weißrussland überraschend ohne gültigen Wurf aus.
Anita Włodarczyk rückt die Kräfteverhältnisse im Hammerwerfen zurecht. 76,50 Meter - das hat in Europa in diesem Jahr noch keine andere geschafft. Insofern bedeutet dieser Versuch eine gewaltige Ansage in Richtung Goldmedaille. Wenig später wuchtet Kathrin Klaas ihr Wurfgerät auf eine neue Saisonbestleistung von 70,66 Meter. Damit sollte die Deutsche doch unter den besten Acht gelangen, um drei weitere Versuche zu haben.
Während Anita Włodarczyk im ersten Versuch lediglich 69,55 Meter erreichte, lässt sich Kathrin Klaas zu Beginn des zweiten Durchgangs eine erste Weite gut schreiben. Die 66,49 Meter reichen für den Moment nur zu Platz neun.
Alexandra Tavernier macht eine nachhaltige Ansage in Richtung Medaille. Die französische WM-Dritte von 2015 wuchtet ihren Hammer auf 74,78 Meter, die neuen Landesrekord bedeuten. Für den Moment ist das die klare Führung. Noch aber waren gar nicht alle Werferinnen dran.
Kathrin Klaas darf das Finale im Hammerwerfen eröffnen. In diesem Moment gehört alle Aufmerksamkeit ihr. Doch die EM-Vierte 2012 und 2014 findet mit ihrem Wurfgerät nicht den Weg aus dem Wurfkäfig. Der erste Versuch ist ungültig.
Hanna Malyshik aus Weißrussland, die Polinnen Joanna Fiodorow und Malwina Kopron, die Französin Alexandra Tavernier, Hanna Skydan aus Aserbaidschan gelten als weitere Medaillenanwärterinnen. Kathrin Klaas, die einzige Deutsche im Teilnehmerfeld, wird ihre Saisonbestleistung deutlich übertreffen müssen, will sie im Kampf um Edelmetall eingreifen. Die Trauben scheinen für die 34-jährige deutsche Meisterin doch etwas zu hoch zu hängen.
Nun ist die Zeit für die Hammerwerferinnen gekommen. Das Maß der Dinge ist hier seit Jahren Anita Włodarczyk, die seit 2014 alle großen Titel ergatterte. Die Doppel-Olympiasiegerin, dreifache Welt- und Europameisterin hält zudem mit 82,98 Metern den Weltrekord. Als einzige Frau schleuderte die 33-jährige Polin den Hammer je über 80 Meter, hält mit 79,59 Metern auch die Jahresweltbestleistung und war selbstverständlich in der Qualifikation die Beste (75,10).
Die Vergabe der Goldmedaille scheint eigentlich schon vor Beginn dieses Events entschieden. Kaum eine Sportlerin dominiert ihre Sportart aktuell so wie die Polin Anita Wlodarczyk. Die 33-Jährige ist nicht nur doppelte und amtierende Olympiasiegerin sowie Weltmeisterin, sondern auch Rekordhalterin. Bei den Spielen in Rio vor zwei Jahren schleuderte Wlodarczyk ihr Sportgerät 82,98 Meter weit: Weltrekord! Sollte sie heute in einen ähnlichen Bereich werfen, dürfte die Siegerin feststehen. Für Deutschland geht Kathrin Klaas an den Start, die nach vielen Verletzungsproblemen in den vergangenen Jahren vor allem um einen versöhnlichen Abschied aus dem Ring bemüht ist.