Italien vs. Deutschland: Noten und Einzelkritik
17 Bilder
Italien vs. Deutschland: Noten und Einzelkritik
Die deutsche Nationalmannschaft hat einen wechselhaften Auftritt beim Nations-League-Auftakt in Bologna gegen Italien gezeigt. Sowohl in der Defensive als auch in der Offensive gab es bedenkliche Aussetzer. Die Einwechslungen von Hansi Flick retteten der DFB-Elf zumindest noch einen Punkt. Die Noten und Einzelkritik:
TOR: Manuel Neuer - Note: 3,5
Versuchte das Spiel mit seinen Zuspielen schnell zu machen, aber seine Kollegen konnten dies nur selten ausnutzen. Im Laufe der Partie sank die Zielgenauigkeit seiner Pässe enorm. Beim Pfostenschuss von Samacca und dem Gegentreffer ohne große Chance, ansonsten kaum geprüft.
ABWEHR: Thilo Kehrer - Note: 4
Der PSG-Bankdrücker zeigte sich in Durchgang Nummer eins defensiv zuverlässig, hatte systembedingt aber keinen großen Einfluss auf das Offensivspiel. Nach dem Wiederanpfiff von Politano deutlich mehr gefordert und wackelte einige Male in Zweikämpfen. Vor dem Gegentreffer war Kehrer dann viel zu weit weg von Gnonto, der den ehemaligen Schalker locker stehen ließ. Fing ordentlich an, ließ dann aber stark nach.
Antonio Rüdiger - Note: 3
Warf sich in jeden Zweikampf und unterband sehr effektiv einige italienische Konterversuche nach langen Bällen mit seinem Tempo. Ließ sich von Scamacca allerdings einige Male abkochen. Es war letztendlich dennoch ein insgesamt gutes Spiel vom Neu-Madrilenen. War gegen Italien der beste DFB-Innenverteidiger.
Niklas Süle - Note: 4
Hatte wie auch sein Nebenmann große Probleme mit Scamacca. Ließ ihn kurz nach der Halbzeit aus den Augen und hatte Glück, dass dieser den Kopfball nicht verwerten konnte. Fiel im zweiten Durchgang des Öfteren mit einem schlechten Stellungsspiel auf. Wirkte im Vergleich zu Rüdiger nicht so zwingend in den Zweikämpfen und ein wenig verloren.
Benjamin Henrichs (bis 59.) - Note: 3,5
War in der ersten Halbzeit einer der aktivsten Akteure. Sehr mutig im Gegenpressing und rückte stets weit auf. Seine flachen Zuspiele ins Zentrum konnten ab und zu für Wirbel in der italienischen Defensive sorgen. Hätte allerdings noch mehr aus seinen Möglichkeiten machen müssen, da er oftmals viel Platz und Zeit hatte.
Jonas Hofmann (ab 59.) - Note: 2,5
Hatte Pellegrini vor dem 0:1 überhaupt nicht auf dem Schirm, sodass dieser entspannt zur italienischen Führung treffen konnte. Machte seinen Stellungsfehler allerdings fast unmittelbar wieder gut, indem er den Ball vor dem Ausgleich auf Werner spielte. Bereitete wenig später auch noch beinahe einen weiteren Kimmich-Treffer vor. Nutzte die Räume, die Henrichs auch hatte, deutlich effektiver.
MITTELFELD: Joshua Kimmich - Note: 3,5
Versuchte bei seinem DFB-Comeback gleich wieder als Regisseur zu glänzen, konnte aber zunächst keine allzu großen Akzente setzen. Auch seine gefürchteten Chipbälle vermissten ihre Präzision. Dies galt auch für seine Standards, die für keinerlei Gefahr sorgten. Stand dennoch goldrichtig für den Ausgleich (73.). Traf anschließend beinahe noch zur Führung. Ein (zu) spätes Erwachen des Mittelfeld-Chefs.
Leon Goretzka (bis 69.) - Note: 4
Hatte zu viele Ungenauigkeiten in seinem Spiel und rutschte auch immer wieder aus. Seine Weitschüsse verfehlten ihr Ziel jeweils deutlich. Führte einige Zweikämpfe teils unnötig hart und auch nicht so clever. Ein mitunter unkonzentrierter Auftritt des Mittelfeldspielers.
Ilkay Gündogan (ab 69.) - Note: 2,5
Brachte viel mehr Struktur in das deutsche Mittelfeld als Goretzka. Am Ball zeigte er kaum Fehler. An seiner Seite wurde Kimmich auch deutlich aktiver. Ließ das Team um sich besser aussehen, konnte das Ruder aber auch nicht komplett rumreißen. Beschränkte sich zunehmend auch eher auf die Verwaltung des Remis.
Serge Gnabry (bis 80.) - Note: 3,5
Hatte viel Licht und viel Schatten in seinem Spiel. Störte die Italiener immer wieder früh in deren eigenen Hälfte und setzte sich ab und zu per Dribbling schön gegen seine Gegenspieler durch. Hätte in der 38. Minute zwingend die Führung erzielen müssen. Schaltete hin und wieder gedanklich ab und leistete sich unnötige Ballverluste. Insgesamt keine beeindruckende Leistung.
David Raum (ab 80.) - keine Bewertung
Sollte dabei helfen, das Spiel zu drehen, aber zu diesem Zeitpunkt war schon ein wenig die Luft aus der Partie raus. In der Nachspielzeit zeigte er zumindest bei einem Vorstoß seine Offensivqualitäten. Sein Zuspiel war jedoch zu ungenau.
Thomas Müller (bis 70.) - Note: 4
Leitete das Gegenpressing mit vielen Ansagen ein und erzielte beinahe in der 26. Minute die Führung, doch sein Schuss wurde von Florenzi geblockt. Ansonsten verzweifelte der Führungsspieler auf der Suche nach Lücken in der italienischen Defensive. Eine Leistung, die nicht unbedingt im Gedächtnis bleiben wird. Verständlich, dass Flick ihn frühzeitig auswechselte.
Kai Havertz (ab 70.) - Note: 2,5
Durch sein geschicktes Nachsetzen mit dem Körper im italienischen Strafraum kam die DFB-Elf zum schnellen Ausgleich. Seine Präsenz tat dem Team sehr gut. Sich selbst konnte er aber nicht gefährlich in Szene setzen.
Leroy Sané (bis 59.) - Note: 5,5
Hatte viele technische Fehler in seinem Spiel und kam überhaupt nicht in Fahrt. Im Gegensatz zu seinen anderen Offensivkollegen so gut wie unsichtbar im Gegenpressing. Bestätigte seine schwache Form aus der Rückrunde mit dem FC Bayern. Droht in dieser Verfassung seinen Stammplatz zu verlieren. War der mit Abstand schwächste deutsche Spieler.
Jamal Musiala (ab 59.) - Note: 2,5
War deutlich aktiver als Sané, suchte viele Dribblings und beschäftigte den Gegner ständig. Im Abschluss zwar unglücklich, aber er belebte das Offensivspiel der Nationalmannschaft merklich. Der Bayern-Youngster war sehr quirlig und kaum alleine zu verteidigen.
ANGRIFF: Timo Werner - Note: 3,5
Legte eine hohe Intensität an den Tag und arbeitete viel für seine Teamkollegen. Der bei Chelsea so oft glücklose Stürmer konnte sich selbst allerdings kaum in Szene setzen und ließ direkte Torgefahr vermissen. Fühlte sich an der Seite von Havertz deutlich wohler und blieb bis zum Ende bei vollem Einsatz.