BVB und RB Leipzig im direkten Vergleich: Wer ist besser?
Topspiel in der Bundesliga am 32. Spieltag! Sowohl der Tabellenzweite RB Leipzig als auch Gastgeber BVB sind personell auf jeder Position bestens besetzt. Doch welche Mannschaft setzt sich durch, wenn man die vermeintlich besten elf Spieler im direkten Duell gegeneinander antreten lässt?
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Leipzig oder Dortmund: Wer gewinnt im Head-to-Head?
Sowohl der Tabellenzweite RB Leipzig als auch Gastgeber Borussia Dortmund sind personell auf jeder Position bestens besetzt. Doch welche Mannschaft setzt sich durch, wenn man die vermeintlich besten elf Spieler im direkten Duell gegeneinander antreten lässt? Die von RB-Coach Julian Nagelsmann oder die von BVB-Trainer Edin Terzic?
TW: Marwin Hitz
Seit drei Spielen ohne Gegentor, präsentierte sich ohnehin in den vergangenen Wochen als starker Rückhalt der BVB-Defensive. Gut im Eins-gegen-Eins, aber mitunter unsicher bei hohen Bällen. Der ein oder andere Schnitzer unterlief dem Schweizer zudem schon in dieser Saison. Auch deshalb nicht ausgeschlossen, dass er zur nächsten Saison zurück in die zweite Reihe rücken muss.
Péter Gulácsi
Kassierte die wenigsten (25) Gegentore in der laufenden Bundesliga-Spielzeit, hielt zudem überragende 15 Mal seinen Kasten komplett sauber - Liga-Bestwert! Weist gegenüber Hitz zudem die bessere Quote an abgewehrten Bällen vor (65 zu 63 Prozent). Punkt für RB Leipzig. Zwischenstand: 0:1
RV: Lukasz Piszczek
In den letzten Spielen seiner BVB-Laufbahn wieder zu einem echten Faktor geworden. Piszczek überzeugte Trainer Terzic mit guten Trainingsleistungen und seiner Kopfballstärke, ist trotz seiner 35 Jahre außerdem topfit. Beschränkte sich zuletzt eher auf seine defensiven Pflichten und erledigte diese gut. Ist aber eigentlich nur dritte Wahl in der Dortmunder Rangfolge.
Nordi Mukiele
Deutlich offensiver eingestellt als Pendent Piszczek, rückt bei einer Dreier-Abwehrkette sogar eher auf den offensiven Flügel. Spielte seine Angriffsqualitäten immer wieder aus und steht bei fünf direkten Torbeteiligungen. Punkt für Leipzig. Zwischenstand: 0:2
IV: Manuel Akanji
Schwächelte lange im BVB-Trikot, zudem gesellten sich Verletzungen und einer COVID-Infektion dazu. Akanji zeigte jedoch in den vergangenen Wochen, wie wichtig er für sein Team sein kann, wenn er sein Potenzial abruft. Dank seiner Passquote von starken 93 Prozent übernahm er zuletzt auch große Teile der Spieleröffnung. Im Top-Spiel gegen Wolfsburg komplett fehlerfrei und zweikampfstark.
Willi Orbán
Das Leipziger Urgestein, seit 2015 im Verein, spielt die wohl beste Saison seiner Laufbahn. Gute Antizipation, gute Zweikampfwerte (68 %) und eine nicht zu unterschätzende Torgefahr (vier Treffer und zwei Vorlagen) machen Orbans Stärke aus. Punkt für RB Leipzig. Zwischenstand: 0:3
IV: Mats Hummels
Absoluter Führungsspieler und Leistungsträger der Borussia. Bester Zweikämpfer des BVB, sammelt darüber hinaus pro Liga-Spiel im Schnitt knapp 100 Ballkontakte. Hummels ist der Garant für die gute Defensivarbeit der vergangenen Wochen.
Dayot Upamecano
Geht im Sommer mit Trainer Nagelsmann zum FC Bayern, stellte sich dennoch weiterhin mustergültig in den Dienst der Mannschaft und zeigte ansprechende Leistungen. In dieser Spielzeit aber nicht der beste Defensiv-Akteur seiner Mannschaft, auch Konkurrent Hummels ist derzeit stärker. Punkt für Dortmund. Zwischenstand: 1:3
LV: Raphael Guerreiro
Linksverteidiger und Spielgestalter in Personalunion. Beim BVB nicht wegzudenken, fehlte im März verletzungsbedingt und wurde schmerzlich vermisst. Legte bislang allein in der Liga vier Tore und acht Vorlagen hin und ist somit Dortmunds viergefährlichster Spieler. Drehte vor allem in den vergangenen, für die Borussia so wichtigen, Spielen auf.
Angelino
In Nagelsmanns System eher im linken Mittelfeld als in der Defensive zu finden und daher vom Spielertyp durchaus mit Guerreiro vergleichbar. Legte eine sensationelle Hinrunde hin (vier Tore, vier Vorlagen), baute dann aber ab und fehlte zwischenzeitlich aufgrund einer Muskelverletzung. In Topform hätte der Spanier das Duell wohl für sich entschieden, derzeit dürfte Guerreiro aber die Nase vorne haben. Punkt für Dortmund. Zwischenstand: 2:3
DM: Emre Can
Ob im zentral-defensiven Mittelfeld oder in der Abwehrkette: Can stopft beim BVB die Lücken. Erwischte im Pokal-Halbfinale gegen Kiel einen Sahnetag und lenkte das Dortmunder Spiel nach Belieben. Seine Aggressivität könnte ein Faktor im Spiel gegen Leipzig werden, sofern er nicht über die Stränge schlägt.
Kevin Kampl
Unermüdlicher Antreiber der Leipziger, der zudem deutlich kreativer und offensiver spielen kann als Can. Setzt mit seiner Passquote von über 90 Prozent seine Mitspieler in Szene. Selbst im Rampenlicht steht der ehemalige Dortmunder nicht so oft. Unentschieden. Zwischenstand: 3:4
ZM: Mahmoud Dahoud
Spielt seine beste von mittlerweile vier Spielzeiten im schwarz-gelben Dress und ist endlich, muss man sagen, beim BVB zum Stammspieler gereift. Brillierte zuletzt mit feinen Pässen und absoluter Ruhe am Ball. Lässt somit seit Wochen den Ausfall von Axel Witsel völlig vergessen. Da Jude Bellingham gesperrt fehlt, kommt es noch mehr auf den 25-Jährigen an.
Marcel Sabitzer
Dreh- und Angelpunkt und die wohl wichtigste Konstante bei RB Leipzig. Zieht, vom zentralen Mittelfeld ausgehend, die Fäden und stößt dann immer wieder nach vorne. Der Kapitän ist außerdem gefährlicher Distanzschütze. Zählt in dieser Saison zu den besten Mittelfeldspielern der Bundesliga und schlägt Dahoud im direkten Duell. Punkt für Leipzig. Zwischenstand: 3:5
OM: Marco Reus
Spielte lange unter den eigenen Möglichkeiten und erweckte den Eindruck, auch körperlich nicht wirklich bei 100 Prozent zu sein. In den letzten Wochen lässt Dortmunds Kapitän seine Kritiker aber wieder verstummen. War mit zwei Toren und einer Vorlage bei den jüngsten vier Liga-Siegen in Serie einer der besten Spieler, rief sein Potenzial auch im Pokalspiel gegen Kiel ab.
Dani Olmo
Eine wirkliche feste Position gibt es für den Spanier nicht, dafür ist er in der Offensive zu umtriebig. Lässt sich ebenso gerne ins Mittelfeld fallen wie er in vorderster Reihe den Abschluss sucht und ist daher ungemein torgefährlich. Seine erste RB-Saison in Zahlen: 44 Pflichtspiele, fünf Tore und zwölf Vorlagen. Da Reus sogar fünf Tore mehr auf dem Konto hat, bei einem Spiel mehr in den Beinen, geht der Punkt aber an Dortmund. Zwischenstand: 4:5
LA: Jadon Sancho
Wurde schmerzlich vermisst, nachdem er sich im Pokal-Viertelfinale gegen Gladbach verletzt hatte. Schließlich hatte Sancho in 2021 seine Leichtigkeit und Torgefahr zurückgefunden. Deutete nach überstandener Verletzung gegen Union und Wolfsburg direkt an, dass er der beste Spieler auf seiner Position ist und bestätigte den Aufwärtstrend mit zwei Vorlagen gegen Kiel. Sancho ist pünktlich zum Saison-Showdown zurück.
Emil Forsberg
Hält sich lieber im Zentrum auf, um dort den letzten Pass in die Tiefe zu spielen. Fühlt sich ungemein wohl zwischen den defensiven Linien und ist sehr kreativ in seinem Offensivspiel. Von seiner absoluten Bestform ist der Schwede dennoch in dieser Spielzeit etwas entfernt. Punkt für Dortmund. Zwischenstand: 5:5
RA: Giovanni Reyna
Zu Saisonbeginn eine absolute Rakete, als er die gegnerischen Reihen mit seinen Tempo-Dribblings schwindelig spielte. Kommt trotz seiner gerade einmal 18 Jahre bereits auf sagenhafte 60 Pflichtspiele für die BVB-Profis. Nach längerem Leistungstief in den vergangenen Wochen wieder mit stark zunehmender Formkurve. Musste gegen Kiel nach zwei Toren angeschlagen runter, dürfte aber rechtzeitig fit sein.
Amadou Haidara
Bitter für RB, dass mit Nkunku der zweitbeste Scorer gegen den BVB ausfällt. Haidara könnte für ihn in vorgezogener Position einspringen, wenngleich der 23-Jährige eher im zentralen Mittelfeld beheimatet ist und nur gelegentlich über die rechte Seite kommt. In seinen 28 Liga-Spielen (3 Tore, 2 Vorlagen) stellte er ungemeine Schnelligkeit und Ballsicherheit unter Beweis. Der Vergleich mit Reyna hinkt, dennoch geht der Punkt an Leipzig. Zwischenstand: 5:6
MS: Thorgan Hazard
In Abwesenheit des verletzten Goalgetters Erling Haaland dürfte der Belgier in die Startelf rutschen. Als Spielertyp natürlich nicht mit dem Norweger zu vergleichen. Hazards Formkurve zeigte zuletzt jedoch nach oben.
Alexander Sörloth
Haalands norwegischer Kumpel kommt nur schwer in seine erste Bundesliga-Saison. In Leipzig hat man sich sicherlich mehr als die bislang fünf mageren Treffer vom 25-Jährigen erhofft. Immerhin: Sörloth ackert unermüdlich. Unentschieden. Endstand: 6:7