Deutschland vs. Ghana: Noten und Einzelkritik
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Deutschland vs. Ghana: Noten und Einzelkritik
Nach dem Spektakel gegen die Schweiz hat die deutsche Nationalmannschaft am Montag einen Dämpfer gerade noch so abgewendet. Im Testspiel gegen Ghana brauchte es einen späten Treffer von Deniz Undav für den knappen 2:1-Erfolg. Alle DFB-Stars in der Einzelkritik:
TOR: Alexander Nübel - Note: 3,5
Rückte beim Heimspiel in Stuttgart ins Tor der DFB-Mannschaft. Konnte sich jedoch überhaupt nicht auszeichnen. Fing einen hohen Ball, der einzige Schuss auf sein Tor war drin. Eine undankbare Partie für den Keeper.
ABWEHR: Joshua Kimmich - Note: 2,5
Bekam bei seinen Halbfeldflanken anfangs erstaunlich viel Platz und löste mit diesen Bällen fast immer Chaos beim Gegner aus. Rettete vor der Pause zudem hinten einmal kurz vor der Linie. Verlor nach dem Wechsel ins Mittelfeld später etwas das Momentum als Impulsgeber, blieb aber trotzdem gierig auf den Sieg.
Jonathan Tah (bis 45.) - Note: 2,5
War in den wenigen brenzligen Szenen im Abwehrdrittel konzentriert und lief die Gegenspieler meist kompromisslos ab. Hätte nach seinem Premierentor gegen die Schweiz zudem zweimal beinahe vorne nachgelegt. Auf Spielaufbau ohne einen einzigen Fehler.
Antonio Rüdiger (ab 46.) - Note: 4,0
Wurde von Semenyo gleich im ersten Duell stehengelassen. Konnte sich nach dem schwachen Beginn individuell steigern, die Abwehr wirkte insgesamt aber nach dem Umstellungen deutlich anfälliger.
Nico Schlotterbeck - Note: 3,0
Rettete zwar wiederholt im Abwehrdrittel, betrieb aber stets eine Gratwanderung. Beim Vorschieben leistete er sich mehrere wilde Momente. Bei der Rettungstat gegen Adu war im eigenen Aufbau viel Glück dabei. Seine Diagonalbälle im Aufbau waren selten ein Faktor.
Nathaniel Brown (bis 60.) - Note: 2,5
Sammelte bei der Bewährungschance auf der linken Seite reichlich Pluspunkte. Hatte viele gute Aktionen in der Konterabsicherung. Im Vorwärtsgang wirkte die raffinierte Raumaufteilung mit Wirtz ebenfalls vielversprechend. Mit etwas mehr Mut am Ball wäre bei ihm noch mehr gegangen.
David Raum (ab 60.) - Note: 3,5
Musste gleich in der ersten Aktion positionsfremd eine Lücke schließen. Reihte sich danach in die eher wackelige Defensivarbeit ein. Übersah vor dem 1:1, dass sein Gegenspieler ins Zentrum eingelaufen war. Erst in den letzten Minuten als Teil der Schlussoffensiv wirklich in der Partie drin.
MITTELFELD: Pascal Groß (bis 60.) - Note: 3,0
Interpretierte seine Mittelfeldrolle enorm offensiv und stellte Ghana in der Anfangsphase so vor Probleme. Tauchte in den ersten Minuten vielfach gefährlich zwischen den Linien auf. Verlor mit der Zeit aber immer mehr an Einfluss aufs Geschehen.
Leon Goretzka (ab 60.) - Note: 3,5
Brachte offensiv einen klaren Mehrwert für das DFB-Team. Steckte noch einmal stark für Karl durch und machte den Ball vor dem 2:1 scharf. In der Rückwärtsbewegung kam derweil zu wenig. Trabte vor dem 1:1 ohne Gespür für die Gefahr im Rückraum nur hinterher. In der Nachspielzeit noch mit einem vogelwilden Ballverlust im Aufbau.
Angelo Stiller (bis 60.) - Note: 3,0
Hielt den offensiven Kollegen mit seiner Ballsicherheit den Rücken frei. Brauchte aber reichlich Anlaufzeit, ehe er ganz vorne echte Impulse beisteuerte. Holte mit seinem Abschlussversuch schließlich den Handelfmeter heraus. Gegen den Ball hatte er mitunter nicht sofort Zugriff.
Josha Vagnoman (ab 60.) - Note: 5,0
Wirkte auf der rechten Seite in den zentralen Momenten überfordert. Stand Sekunden nach der Hereinnahme schon schlecht, wurde vor dem Ausgleich dann komplett ausgespielt. Ein Verlierer des Abends.
Florian Wirtz (bis 60.) - Note: 3,0
Konnte nicht nahtlos an den Gala-Auftritt von Freitag anknüpfen. Leitete zwar vor der Pause gefährliche Szenen ein, wenn er mit Havertz ins Kombinieren kam und verpasste mit seinem Freistoßversuch ebenfalls nur knapp. Der ganz große Zauber blieb an diesem Abend aber aus.
Chris Führich (ab 60.) - Note: 4,0
Wurde auf der linken Seite noch vielfach im Eins-gegen-eins isoliert. In seinen Dribblings fehlte jedoch die Dynamik, um den Gegenspieler einmal stehen zu lassen. Andere Joker wirkte deutlich zielstrebiger.
Serge Gnabry (bis 45.) - Note: 4,0
Agierte im rechtslastigen Spiel der deutschen Mannschaft eher unscheinbar. Kam mehrfach aussichtsreich im Rückraum an den Ball, blieb aber meist ungefährlich. Sein starke Form aus dem Verein konnte er nicht abrufen.
Deniz Undav (ab 46.) - Note: 2,5
Schon nach 20 Minuten forderte das Stuttgarter Publikum lautstark seine Einwechslung. Konnte sich nach der Umstellung zur Pause aber lange Zeit nur wenig zeigen. Die Abstimmung mit Woltemade passte in vielen Szenen nicht. Letztlich brauchte er als Goalgetter aber nur den einen Moment. Sein später Siegtreffer rettete den Abend.
Kai Havertz (bis 45.) - Note: 2,5
War mit seinen Laufwegen von Beginn an ein Aktivposten im Offensivspiel. Leitete die erste Top-Chance für Woltemade ein und sorgte per Elfmeter für die Pausenführung. Zeitweise fehlte in seinem Spiel allerdings die letzte Präzision. Auf die körperbetonte Spielweise seiner Gegenspieler fand er auch nicht immer eine Antwort.
Lennart Karl (ab 46.) - Note: 2,0
Legte nach der Einwechslung einen bärenstarker Joker-Auftritt hin. Brachte Intensität gegen den Ball mit und hätte beinahe direkt ein Tor für Woltemade aufgelegt. Blieb danach mit seinen Dribblings mitunter Alleinunterhalter und Antreiber. Dieser Auftritt war ein dickes Bewerbungsschreiben für die WM.
ANGRIFF: Nick Woltemade (bis 78.) - Note: 3,5
Wollte die Formkrise aus der Premier League hinter sich lassen, blieb vor dem Tor aber unglücklich. Schob den Ball bei seiner frühen Großchance am Pfosten vorbei und traf per Kopf später noch die Latte. Die spielerischen Ansätze waren vielversprechend, aber teils unausgereift.
Leroy Sané (ab 78.) - ohne Bewertung
Zog in den letzten Minuten mit viel Wucht die Laufwege vom Flügel ins Zentrum. Erzwang durch seine Vorlage noch den späten Siegtreffer und unterstrich seine Bedeutung für die Mannschaft.