BVB-Noten: Horror-Tag für Guirassy - ein Joker sticht spät
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BVB bei Eintracht Frankfurt: Noten und Einzelkritik
Zum Auftakt des neuen Bundesliga-Jahres haben sich Borussia Dortmund und Eintracht Frankfurt einen irren Fight geliefert. Nach zwei Toren in der Nachspielzeit endete das Top-Spiel mit 3:3. Alle BVB-Stars in der Einzelkritik:
TOR: Gregor Kobel - Note: 3,0
War beim frechen Abschluss von Uzun rechtzeitig unten (17.) und wehrte auch die gefährlichen Abschlüsse von Knauff ab. Bei den Gegentoren konnte er wenig ausrichten: Wählte beim Elfmeter die falsche Ecke, wurde von Ebnoutalib aus kurzer Distanz geschlagen und hatte beim Dahoud-Traumtor ebenfalls keine Chance.
ABWEHR: Julian Ryerson - Note: 2,5
Setzte über die rechte Seite viele erfolgreiche Nadelstiche und konnte sich verlässlich gegen Nathaniel Brown behaupten. Schlug die feine Flanke vor dem 1:0 und war beim 3:3 erneut beteiligt. Defensiv fehlte ihm gegen Knauff und Ebnoutalib hingegen mitunter die Körperlichkeit.
Niklas Süle (bis 76.) - Note: 4,0
Erhielt in der Defensive den Vorzug vor Kapitän Emre Can und musste sofort in viele knifflige Duelle. Schlug sich im eigenen Strafraum wacker, weiter vorne fehlte ihm beim Rausschieben derweil mitunter das Timing. Verlor manchmal sogar komplett den Zugriff, wenn er seine Position verließ. Vor dem 2:2 gab es in seiner Zone praktisch keine Tiefenabsicherung.
Emre Can (ab 76.) - ohne Bewertung
Übernahm die rechte Position in der Dreierkette, fiel in den letzten Minuten aber ab. Holte sich eine Gelbe Karte wegen Meckerns. Kam vor dem Gegentreffer in der Nachspielzeit dann gleich doppelt im eigenen Strafraum zu spät.
Waldemar Anton - Note: 4,0
Hatte den agilen Ebnoutalib bei dessen Bundesliga-Debüt nicht auf Anhieb im Griff. Holte sich für ein taktisches Foul früh eine Verwarnung ab. Spielte danach durch seine weiterhin aggressive Spielweise zeitweise mit dem Feuer. Fand später eine deutlich bessere Balance.
Nico Schlotterbeck - Note: 3,0
Leitete mit seinem Seitenwechsel den Führungstreffer ein, erreichte seine gewohnte Aufbauqualität aber nicht durchgängig. Erwischte auch defensiv ein Spiel mit Licht und Schatten. War in hitzigen Momenten der souveränste BVB-Verteidiger. Vor dem 2:2 verlor er allerdings einmal entscheidend den Zugriff auf Kalimuendo.
Daniel Svensson - Note: 4,0
Bekam auf der linken Seite erst nach dem Seitenwechsel einen Fuß auf den Rasen. Brachte dann mit seinen Laufwegen Tiefe ins Spiel und war mit seinen Flanken immer wieder Ausgangspunkt für gefährliche Momente. Auf 90 Minuten gesehen war sein Auftritt aber dürftig.
MITTELFELD: Marcel Sabitzer - Note: 3,0
Sicherte im Zentrum viele Bälle und zog Fouls in intensiven Duellen. Brachte allerdings wenig Vertikalität ins Spiel. Tauchte nur selten druckvoll vorne mit auf, beim späten Ausgleich mit seiner Flanke einmal entscheidender Impulsgeber.
Felix Nmecha - Note: 2,0
Forderte im Zentrum phasenweise viele Bälle und zog mit Ruhe am Ball das Kombinationsspiel auf. War meist kaum vom Ball zu trennen und erzwang schließlich mit seinem abgefälschten Distanzschuss das 2:1. Hätte die Partie mit seinen Qualitäten aber sogar noch mehr prägen können.
Julian Brandt (bis 88.) - Note: 3,5
Hatte zwischen den Linien ein paar gelungene Aktionen, die das Gegenpressing der Frankfurter aushebelten. Leistete sich insgesamt aber zu viele leichte Ballverluste, einige davon flogen dem BVB komplett um die Ohren. Trotzdem immer gut für eine überraschende Idee.
Carney Chukwuemeka (ab 88.) - ohne Bewertung
Kam für die letzten Minuten, als noch keiner ahnte, welche brisante Wendung das Spiel noch nehmen sollte. Suchte sein Glück im Strafraum und rettete mit der letzten Aktion tatsächlich noch einen Punkt für den BVB.
Maximilian Beier (bis 76.) - Note: 2,5
War vor der Pause der einzige Offensivspieler beim BVB, der für klare Impulse in Richtung Tor sorgte. Besorgte mit seinem frühen Treffer den Blitzstart für den BVB. Blieb danach sehr umtriebig und fleißig. Seine Erfolgsquote im Dribbling nahm aber stetig ab.
Karim Adeyemi (ab 76.) - ohne Bewertung
Stellte mit seiner Geschwindigkeit in der Schlussphase permanent eine Bedrohung dar. Wurde von der SGE-Abwehr aber konsequent verteidigt. Die entscheidenden Stiche machten andere.
ANGRIFF: Serhou Guirassy (bis 65.) - Note: 5,5
Erwischte einen weiteren komplett gebrauchten Tag. Trat offensiv ohne die letzte Überzeugung auf und bekam keinen Schuss auf das gegnerische Tor. Verursachte gegen Koch dann stümperhaft den Elfmeter, der zum Ausgleich führte.
Fabio Silva (ab 65.) - Note: 3,5
Holte sich die Bälle früher ab als Guirassy zuvor und leitete gerade über die linke Seite einige Angriffe entscheidend mit ein. Im Strafraum fanden die Kollegen ihn kaum noch. Trotzdem war seine Einwechslung an diesem Abend ein Upgrade.