FC Bayern vs. BVB: Noten und Einzelkritik
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FC Bayern vs. BVB: Noten und Einzelkritik
Am Samstagabend stieg in München der Bundesliga-Klassiker zwischen FC Bayern und Borussia Dortmund. Trotz spielerischer Dominanz verpasste der Rekordmeister dort einen Heimsieg, der BVB entführte beim 2:2 einen Punkt aus der Allianz Arena. Alle Akteure in der Einzelkritik:
FC Bayern | TOR: Jonas Urbig - Note: 3,5
Erlebte einen undankbaren Tag im Bayern-Tor. Musste seine Qualitäten selten zeigen, seine einzige Glanztat wurde vor dem 2:2 zur perfekten Vorlage für Anton. Bekam den Beier-Kopfball vor dem 0:1 zudem unglücklich durch die Beine.
ABWEHR: Konrad Laimer - Note: 4,0
Tauchte punktuell vorne mit auf, das Zusammenspiel mit Olise wirkte diesmal aber wenig abgestimmt. Vor große Herausforderungen stellte er die Dortmunder mit seinen Ausflügen nicht. Defensiv hatte er erneut anfällige Momente.
Eric Dier - Note: 4,5
Überließ Kim die wirklich wichtigen Abwehraktionen und sicherte meist dessen Rücken ab. Als er nach dessen Auswechslung mehr gefordert war, wackelte er doch beachtlich. Ließ sich beim 2:2 von Guirassy unfassbar vorführen.
Minjae Kim (bis 53.) - Note: 5,0
Hatte mit zahnlosen Dortmundern im ersten Durchgang wenig Mühe. Agierte vor dem 0:1 dann sehr nachlässig und verlor Beier komplett aus den Augen. Dieses Tor darf auf dem Niveau so nie fallen. Nach der desolaten Szene nahm ihm Kompany vom Feld.
Raphael Guerreiro (ab 53.) - Note: 2,0
Rückte auf die linke Außenbahn und machte das Spiel der Bayern durch seinen Offensivdrang deutlich zielstrebiger. Besorgte den wichtigen Ausgleich, stellte die Gäste auch danach mit seiner Spielfreude vor große Probleme.
Josip Stanisic - Note: 3,5
Stellte sich als Linksverteidiger in den Dienst der Mannschaft, verlor Ryerson und Beier aber vereinzelt aus dem Blick. Kam trotzdem fast immer in die Situation zurück. Hätte vorne eigentlich zwingend zur Führung einköpfen müssen (35.).
MITTELFELD: Joshua Kimmich - Note: 2,5
Spielte die langen Pässe in der Verlagerung auf den Punkt und fand immer den freien Mitspieler. War ein wichtiger Faktor für die klare spielerische Linie. In der Konterabsicherung später allerdings mit Schwächen.
Leon Goretzka (ab 63.) - Note: 2,0
Wirkte gegen den ewigen Rivalen besonders motiviert und gewann den Kampf im Mittelfeld allein mit seiner Einsatzbereitschaft. Machte mit Ball die einfachen Dinge richtig gut und überspielte immer wieder die BVB-Ordnung mit kurzen Steckpässen. Rüttelte die Kollegen mit seiner Aggressivität in der schwierigen Phase wieder wach.
Aleksandar Pavlovic (ab 63.) - Note: 3,5
Leitete noch einige Chancen mit ein, ohne dabei echte Traumpässe zu spielen. Mit seiner Einwechslung ging die Stabilität im Zentrum derweil spürbar verloren. Konnte die Mentalität von Goretzka einfach nicht ersetzen.
Leroy Sané (bis 63.) - Note: 4,5
Kam zu seinen Momenten, wenn die Kollegen ihn per Seitenwechsel isoliert in die Aktion schicken. Machte aus den Eins-gegen-eins-Aktionen aber letztlich zu wenig. Zeitweise war zudem erstaunlich wenig Energie in seinem Spiel. Vielleicht hätte ihm nach intensiven Wochen eine Pause gutgetan.
Serge Gnabry (ab 63.) - Note: 1,0
Führte den FC Bayern nach seiner Einwechslung praktisch im Alleingang zurück in die Partie. Filetierte vor dem 1:1 die BVB-Abwehr und nahm drei Gegenspieler aus der Aktion. Machte den Führungstreffer nach einem beherzten Antritt selbst. Mehr Impact kann ein Joker nicht haben.
Thomas Müller (bis 81.) - Note: 2,0
Legte in seinem letzten Klassiker einen bärenstarken Auftritt hin. Lief unermüdlich an und war an fünf Torchancen entscheidend beteiligt. Sammelte beim 1:1 schließlich einen verdienten Scorer-Punkt. Kaum zu glauben, dass die Bayern freiwillig auf diesen Spieler verzichten wollen.
Kingsley Coman (ab 81.) - ohne Bewertung
Feierte in der Schlussphase sein Comeback. Lauerte auf den einen Moment, um den Lucky Punch zu setzen. Die Chance kam nicht mehr.
Michael Olise - Note: 3,0
War durch die Positionsrochaden mit Müller schwer greifbar und hatte reihenweise Großchancen. Spielte aber nicht so unwiderstehlich auf wie in den Vorwochen und belohnte sich einfach nicht. Statistisch trotzdem wieder ein beachtlicher Auftritt.
ANGRIFF: Harry Kane - Note: 4,5
Ließ wie schon gegen Inter zu viele Chancen liegen. Brachte keinen seiner sechs Schüsse wirklich zwingend auf das Tor. Diesmal auch im Passspiel erstaunlich fehlerbehaftet.
BVB | TOR: Gregor Kobel - Note: 1,0
Hielt die Dortmunder mit unfassbaren Reflexen überhaupt im Rennen und machte den Punktgewinn erst möglich. Kam am Ende auf neun Paraden - acht davon gegen Schüsse von innerhalb des Strafraums. Bei den Gegentoren traf ihn hingegen überhaupt keine Schuld.
ABWEHR: Julian Ryerson - Note: 3,0
War in Sachen Einsatzbereitschaft erneut einer der stärksten Dortmunder und gab dem Weg nach vorne teilweise die Ein-Mann-Umschaltmaschine. Legte mit seiner Spielweise schließlich das 1:0 auf. Beide Gegentore wurden aber später durch seine Zone eingeleitet.
Niklas Süle (bis 81.) - Note: 4,5
Zeigte ein paar Grätschen, die man so lange von ihm nicht mehr gesehen hat. Überdeckte mit den Highlights aber nur seine defensiven Schwächen. War gegen Gnabry später komplett überfordert. Vor dem zweiten Gegentor nahm ihn eine Körpertäuschung völlig aus dem Spiel.
Ramy Bensebaini (ab 81.) - ohne Bewertung
Füllte die Dreierkette für die letzten zehn Minuten auf. War nicht mehr allzu groß gefordert.
Emre Can - Note: 3,5
Hielt die Abstände in der Defensive über weite Strecken gering. Schlug die Bälle dann oft persönlich aus der Gefahrenzone und kam im Spiel auf sieben Rettungstaten. Vor den Gegentoren dann aber zu gierig, sodass die Lücken aufgingen.
Waldemar Anton - Note: 3,0
Leitete durch sein schlechtes Vorschieben zwei Großchance für die Bayern ein. Schrammte mit seiner Grätsche zudem nur Zentimeter an einem kuriosen Eigentor vorbei (55.). Machte durch seinen Treffer vorne aber fast alles wieder gut. Bei den Gegentoren außerdem noch mit der geringsten Schuld in der Dreierreihe.
Daniel Svensson - Note: 2,5
Schlug sich gegen Olise durchaus achtbar. Verlor zwar Zweikämpfe, gab aber selten die heiße Zone komplett preis. Gegen das intensive Bayern-Pressing am Ball derweil sehr abgeklärt. Hatte die zweitbeste Passquote beim BVB und spielte sogar eine Abschlussaktion heraus.
MITTELFELD: Salih Özcan (bis 71.) - Note: 3,5
Gab mit soliden Zweikampfwerten den Staubsauger vor der Abwehr. Verlor aber zunehmend den Zugriff und konnte die Abschlüsse immer seltener verhindern. Auf der Gegenseite zögerte er vor seiner Mega-Chance zu lange.
Felix Nmecha (ab 71.) - ohne Bewertung
Sucht nach der langen Verletzungspause weiterhin nach der Form. Leistete sich in der Schlussphase durchaus nervöse Momente und hatte beinahe einen krassen Ballverlust.
Pascal Groß - Note: 2,5
Tat sich lange Zeit schwer, das nervöse Spiel der Borussia zu beruhigen. Blühte dafür umso mehr auf, als die Partie hektisch wurde. Machte dann gegen unsortierte Bayern viel Alarm im Mittelfeld und riss in der Schlussphase ein unfassbares Pensum ab.
Julian Brandt (bis 71.) - Note: 4,5
War im ersten Durchgang eine große Enttäuschung und mit seinen krassen Ballverlusten ein Hauptgrund für das schwache Offensivspiel. Stellt zumindest die schlimmen Ballverluste etwas ab. 63 Prozent Passquote sind jedoch zu wenig.
Carney Chukwuemeka (ab 71.) - Note : 2,5
Brachte mit seiner Dynamik wieder ein Element, auf das der Gegner nur bedingt Antworten fand. Hätte das Spiel mit einem abgefälschten Schuss fast noch für den BVB gezogen.
ANGRIFF: Maximilian Beier (bis 81.) - Note: 2,0
Machte im Umschaltspiel konsequent die Meter nach vorne und zog durch den Fleiß das Glück auf seine Seite. Leitete den Angriff zum Führungstreffer ein und vollendete selbst per Kopf. Holte durch seinen Einsatz außerdem immer wieder Freistöße heraus.
Karim Adeyemi (ab 81.) - ohne Bewertung
Kam nach dem unglücklichen Auftritt in Barcelona diesmal nur von der Bank. Konnte keine Szenen vor dem Tor mehr liefern.
Serhou Guirassy - Note: 2,5
Suchte aktiv den Körperkontakt im Luftduell, sah gerade gegen Kim aber zunächst nur wenig Land. Fand nach dem Seitenwechsel plötzlich viel besser Bindung. Seine grandiose Szene machte das 2:2 überhaupt erst möglich.